Euro
Nützliche Peitsche

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Als der Euro Ende 2004 gegenüber dem Dollar auf ein Allzeithoch kletterte, wetterte Jean-Claude Trichet noch über die „brutalen“ Auswirkungen des Wechselkurses auf die europäische Wirtschaft. Mittlerweile hat der Euro nicht nur den damaligen Höchststand längst übersprungen, sondern schickt sich an, seinen Höhenflug fortzusetzen. Die Marke von 1,40 Dollar halten Experten im nächsten Jahr für erreichbar. Und was macht der Chef der Europäischen Zentralbank? Er schweigt. Auch von anderen Politikern und selbst von den meisten Unternehmern hört man kaum noch Klagen. Europa hat offensichtlich gelernt, mit einer starken Währung zu leben.

Früher, als es die starke D-Mark noch gab, verglich man den Wech-selkurseffekt mit einer „Produktivitätspeitsche“. Das Bild ist durchaus zutreffend, haben doch die europäischen Firmen auch unter dem Druck eines starken Euros in den vergangenen Jahren hart daran gearbeitet, ihre Wettbewerbskraft zu stärken. Die Unternehmen sind schlanker und effizienter geworden. Und sie haben gelernt, ihre Marktpositionen selbst unter widrigen Bedingungen zu verbessern. Die Erfolge der deutschen Autobauer in den USA sind dafür ein Beispiel.

Dass VW jetzt über ein eigenes Werk in den USA nachdenkt, zeigt aber auch, dass es auf dem Währungsmarkt sehr wohl noch eine Schmerzgrenze gibt. Gegenwärtig verzichten viele Firmen auf einen Teil ihrer Gewinne, um ihre Marktposition zu halten. Sollte der Euro dauerhaft über die Marke von 1,40

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