FDP
Alte Sünden wirken nach

Für die FDP können es wohl wieder so um die leidlich sieben Prozent werden. Auch der gestern von der gut gelaunten Präsidiumsmannschaft losgeschickte "Reform-Express" dürfte daran nicht viel ändern. Generalsekretär Dirk Niebel zog eifrig die beiden hübsch angemalten rot-grünen Bremsklötze vor den Reifen des Wahlkampfbusses weg, bevor dieser zur offiziellen Auftaktveranstaltung nach Düsseldorf startete.

sig/HB. Das gibt noch ein paar schöne Bilder für die Fotografen. Aber eben auch nicht mehr. Der FDP fällt es nach wie vor schwer, ihr Profil zu schärfen. Zwar stimmen die Themen: Bürokratieabbau, Flexibilisierung des Arbeitsmarktes oder Entschlackung des Tarifrechts. Doch ihr gut durchdachtes Wirtschaftsprogramm ist den Wählern nur schwer zu vermitteln. Erst recht nicht, seit der von Angela Merkel in ihr Kompetenzteam berufene Paul Kirchhof den Liberalen auch noch bei deren ureigenem Thema Steuern Konkurrenz macht.

Dabei sagt keine andere Partei so klipp und klar, wo sie im Haushalt kürzen will. Keine andere Partei räumt so offen ein, dass die Reformschritte den Bürgern wehtun werden. Eine Ehrlichkeit, die sich die Sieben-Prozent-Partei auch leisten kann, die man bei den großen Volksparteien aber eher vermisst.

Ob die Zweitstimmenkampagne der FDP aufgeht, ist offen. Vor allem, weil die FDP ständig betont, keinen Koalitionswahlkampf führen zu wollen. Jetzt rächt sich Guido Westerwelles Spaßveranstaltung 2002 doppelt. Der FDP-Chef fällt als Wahlkampflokomotive praktisch aus, seitdem er seriös sein muss und kaum einer mehr was von ihm hört. Zudem ist das Image der Partei noch so ramponiert, dass ihre Konzepte meist völlig ignoriert werden.

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