Fonds
Schlechte Erfahrungen

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Deutsche Anleger mögen derzeit keine Investmentfonds. Sie haben im August mit netto gut acht Milliarden Euro so viel Kapital abgezogen wie seit 14 Jahren nicht, wie die Statistik des Fondsverbands BVI zeigt. Schon in den vergangenen Monaten hatten die Fondsanbieter beim Verkauf ihrer Produkte nicht gerade Rekorde gebrochen. Per saldo war ihnen aber noch Geld zugeflossen. Für die Fonds kommen mehrere belastende Faktoren zusammen. Die in Zeiten schwankender Kurse als „sicherer Hafen“ gepriesenen Geldmarktfonds leiden unter der Krise am Markt für forderungsunterlegte Wertpapiere, die Asset Backed Securities (ABS). Zahlreiche Geldmarktfonds, die mit ABS ihre mageren Renditen aufpeppen wollten, verlieren nun Milliarden. Es gibt zwar Zuflüsse in klassische Geldmarktfonds ohne ABS-Papiere. Aber das reicht nicht als Ausgleich.

Auch Rentenfonds verlieren Kapital – weil Anleihekurse wegen der gestiegenen Kapitalmarktzinsen abgesackt sind und Teile des Bondmarktes ebenfalls unter der ABS-Krise leiden. Und jetzt verkaufen Anleger auch noch Aktienfondsanteile in großem Umfang. Ein Grund mag die Verunsicherung über das Ausmaß der Finanzkrise sein. Eine andere Ursache sind sicherlich aber die zuletzt gestiegenen Aktienkurse. Viele Anleger dürften zurzeit ihre Einstandsniveaus aus der Zeit um das Jahr 2000 wiedersehen. Und jetzt befreien sie ihre Depots von den Aktienfonds, mit denen sie schlechte Erfahrungen gemacht haben.

Die Branche hat sich im Marketing vielleicht zu sehr auf Modeprodukte wie Fonds mit Sicherheitspuffer verlassen. Sie muss die Vorteile ihrer Klassiker wieder deutlicher hervorheben. Den Anlegern klarmachen, dass der Aktienmarkt langfristig für sie unverzichtbar ist und dass Fonds ein guter Einstieg sind – auch mit Blick auf die künftige Abgeltungsteuer.

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