IfW-Herbstgutachten
Kommentar: Normalmaß gefunden

0,5 Prozentpunkte weniger Wirtschaftswachstum - das ist für die deutsche Wirtschaft und ihre insgesamt mageren Wachstumraten eine Menge. Dass das traditionsreiche Kieler Institut am Donnerstag seine Prognose um eben diese 0,5 Punkte gesenkt hat, ist dennoch keine beunruhigende Nachricht.
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Das hat einen einfachen Grund: Mit 3,2 Prozent hatten die Konjunkturforscher an der Förde zunächst eine allzu euphorische Vorhersage in die Welt gesetzt. Sie hatten sich auf „ungewöhnlich positive Umfragedaten“ gestützt – und mussten nun mit ansehen, wie schwach bereits das zweite Quartal ausfiel.

Genau das ist die Gefahr, die der laufende Aufschwung in sich birgt: Dass er in der Tat stärker ist als in Vorjahren ausfällt, verleitet dazu, allzu euphorisch zu werden. Das ist allerdings unangebracht. Denn auch wenn der Aufschwung nicht mehr so fragil ist wie manch früherer – weil er nicht allein vom Export, sondern in weiten Teilen auch von boomenden Investitionen im Inland getragen wird – ist das Kernziel, ein langfristig höherer Wachstumspfad, längst noch nicht erreicht.

Wie wichtig das wäre, zeigt die aktuelle Situation: Ein Euro-Rekordhoch und Turbulenzen auf den Finanzmärkten müsste die deutsche Wirtschaft freilich auch dann genau beobachten. Wäre ihr Potenzial aber insgesamt größer, milderte das die Sorgen erheblich.

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