IMMOBILIENAKTIEN
Zäher Start

Noch vor wenigen Monaten herrschte Jubel, Trubel, Heiterkeit in der Finanzbranche. Die neuen Immobilienaktien, auch Reits genannt, sollten der Branche, Bankern und Beratern großes Geschäft bringen.
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Inzwischen ist Euphorie der Nüchternheit gewichen. Steigende Zinsen, Ängste wegen der Immobilienkrise in den USA und ein Reits-Gesetz, das die Erwartungen enttäuschte, haben den Alltag einkehren lassen.Keine Rede kann mehr von den hochfliegenden Plänen der maßgeblich von den Banken getragenen Initiative Finanzstandort Deutschland (IFD) sein, die vor gut drei Jahren noch mit einer Marktkapitalisierung im dreistelligen Milliardenbereich gerechnet hatte.

Heute wäre ein wesentlich bescheideneres Volumen schon ein toller Erfolg. Das liegt zum Teil am Reits-Gesetz selbst. Niemand hat damit gerechnet, dass Wohnimmobilien aus parteipolitischen Gründen nicht einbezogen wurden. Das nimmt dem Markt erhebliche Liquidität.

Außerdem erschweren steigende Zinsen der Immobilienbranche insgesamt das Leben. Attraktive Renditen sind von den Managern nicht mehr so leicht zu erzielen. Denn der Renditeabstand von Immobilienanlagen in Spitzenlagen zu den sicheren Bundesanleihen schmilzt seit mehreren Monaten und steht heute teilweise bei null. Das bremst den Enthusiasmus der Großinvestoren, für sie spielt inzwischen die Diversifikation der Risiken die wichtigste Rolle bei einem Investment.

Auf die Sicht von Jahren sollten sich Reits trotz aller Probleme durchsetzen. Ein Blick in die USA zeigt, dass es anfangs durchaus zäh laufen kann. Auch im Mutterland der Kapitalmärkte wurden Reits zunächst links liegen gelassen und waren nur schwer zu verkaufen. Heute sind sie dort nicht mehr wegzudenken.

Robert Landgraf
Robert Landgraf
Handelsblatt / Chefkorrespondent Finanzmärkte

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