INTERNET
Sozialdarwinismus unter den social networks

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Im Internet geht alles schneller: Gerade zwei, drei Jahre alt ist der Markt für Social Networks und schon kündigt sich eine Entscheidungsschlacht an. Facebook, der irrwitzig hoch bewertete Aufsteiger, startet mit fremdsprachigen Versionen, Marktführer Myspace öffnet seine Plattform für externe Programmierer, und die deutsche Nummer eins, StudiVZ (wie das Handelsblatt eine Tochter der Verlagsgruppe Holtzbrinck), bietet älteren Nutzern ein neues Netzwerk namens MeinVZ.

Auf drei Ebenen wird der Kampf ausgetragen. Zunächst die Wahl der Strategie: offene Plattform oder abgeschottetes Ökosystem? Die Freunde der ersten Variante, Facebook und Myspace, glauben, ihre Kunden wünschten sich möglichst viele Varianten, das eigene Profil zu verändern. Ihre Seiten sollen Startpunkt der Internetreise werden. Zu kompliziert, behaupten Rivalen wie StudiVZ: Der Nutzer wolle es einfach.

Die zweite Ebene ist die der Zielgruppen. Braucht man mehr als ein Netzwerk, um mit Freunden und Kollegen Kontakt zu halten? Auch hier wollen die US-Firmen alle Nutzergruppen an einem Ort vereinigen, der Kunde darf dann seine Kontakte unterteilen. Spezialisten wie Xing glauben dagegen, Anwender hätten nur ungern ihre Sommer-Sonne-Strand-Fotos in einem Angebot vereinigt mit den dienstlichen Kontakten.

Schließlich geht es auch um die Frage, ob ausländische Web-Firmen multikulturell genug sind, um im alten Europa vorhandenen Marktführern den Rang abzulaufen. Oft genug taten sich US-Medienunternehmen hierzulande schwer. Wie die Schlacht enden wird – das ist noch offen. Sicher ist nur eins: Nicht alle werden sie überleben. Wann die Entscheidung fällt? Wir sind im Internet. Und deshalb heißt die Antwort wohl: verdammt schnell.

Thomas Knüwer
Thomas Knüwer
Handelsblatt / Reporter

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