Klimakonferenz
Ein Anfang

Wollte man das Ergebnis der Weltklimakonferenz von Bali allein an den Erwartungen messen, die Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) noch kurz vor dem Abschluss des Gipfels geäußert hatte, müsste man enttäuscht sein. Doch dieser Ansatz wird dem Ereignis nicht gerecht.
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Zwar haben die Europäer große Zugeständnisse machen müssen. Viel wichtiger ist jedoch, dass die internationale Staatengemeinschaft sich auf einen Weg verständigt hat, der zu einem weltweiten Abkommen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen bis Ende 2009 führen soll. Der entscheidende Punkt dabei: Die USA sind bereit, diesen Weg mit zu beschreiten.

Tagelang hatte es so ausgesehen, als würden sich die Amerikaner auf rein gar nichts einlassen. Ein Scheitern des Gipfels lag in der Luft. Nach dem Debakel von Nairobi im vergangenen Jahr wären damit die Bemühungen um internationalen Klimaschutz für Jahre endgültig gescheitert. So weit ist es nicht gekommen.

Klimaschützer kritisieren, auf Bali hätte angesichts der drängenden Probleme viel mehr geschehen sollen. Das stimmt. Denn wer die wissenschaftlichen Erkenntnisse des Weltklimarates ernst nimmt, muss rasch handeln. Weltweit müssen die Treibhausgasemissionen spätestens ab 2015 drastisch sinken; die Industrieländer müssen bis 2020 ihre Emissionen gegenüber 1990 um 25 bis 40 Prozent senken, bis 2050 sogar um 80 Prozent. Ziel muss es sein, den Temperaturanstieg auf unter zwei Grad zu begrenzen, um das Schlimmste zu verhüten.

Mit der in Bali beschlossenen Road-map lassen sich diese Ziele in der Tat nicht verwirklichen. Mit der Konferenz auf Bali hat sich die Staatengemeinschaft jedoch immerhin dazu bekannt, der Herausforderung gemeinsam zu begegnen und in den kommenden beiden Jahren nach geeigneten Mitteln zu suchen. Die Konferenzteilnehmer werden sich während der bevorstehenden Verhandlungen an diesem Bekenntnis messen lassen müssen. Der Druck, der auf der Politik lastet, ist gewaltig. Es besteht durchaus die Chance, dass Kopenhagen im übernächsten Jahr einen Durchbruch bringt.

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