Kofferbomben
Der Terror ist da

Noch ist nicht viel bekannt über den am Wochenende verhafteten mutmaßlichen Terroristen. Er kommt aus dem Libanon, und er hat offenbar eine der beiden Kofferbomben gelegt, die vor kurzem um ein Haar Hunderte rheinischer Pendler in den Tod gerissen hätte.

Man weiß nichts über seinen ideologischen Hintergrund, nichts über seine Hintermänner. Mindestens ein Komplize läuft noch frei herum. Vermutlich sind es deutlich mehr.

Man weiß nichts genaues, aber alles deutet darauf hin: Deutschland ist im Fadenkreuz des islamistischen Terrors. Das ebenso selbstbetrügerische wie feige Behagen, dass die Mörder uns dank unserer kluger Zurückhaltung im Irak-Krieg nur Israelis, Amerikaner, Briten und Spanier umbringen, weicht der Erkenntnis: Wir stecken mitten drin. Wir sind der Westen, und damit das Ziel.

Das ist ein Schock. Und daher ist es kein Wunder, wenn jetzt reflexhaft nach schärferen Gesetzen und mehr Befugnissen für die Ermittler gerufen wird. Wer sich um sein Leben sorgt, der schert sich erst einmal wenig um seine Freiheit. Wer sich vom Staat Schutz erhofft, der tut sich schwer, ihm gleichzeitig zu misstrauen.

Dazu kommt das Bewusstsein, wie wenig Schutz der Staat eigentlich geben kann gegen unauffällige Männer, die mit nach Internet-Anleitung von Hand gebastelten Bomben im Gepäck einen Nahverkehrszug besteigen. Auch noch so viel abgehörte Privatgespräche, noch so weite Ermessensspielräume können gegen solche Szenarien absoluten Schutz gewähren. Um so mehr geraten die Grenzen unter Druck, die der Staat sich um der Freiheit willen auferlegt. Je größer die Angst, desto lauter der Ruf, wenigstens diese Grenzen abzuschaffen. Angst ist aber ein schlechter Ratgeber. In der Politik wie anderswo.

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