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Kommentar: Allianz in schwerer See

Enttäuschung in München: Die Allianz konnte mit ihren Quartalszahlen die hohen Erwartungen nicht erfüllen. Zwar hat Europas größter Versicherungskonzern jetzt wieder deutlich höhere Gewinne ausgewiesen. Aber Analysten hatten sich mehr erhofft, die Aktie ging heute morgen deshalb zunächst mal nach unten.

Der Quartalsbericht zeigt auch: Vor den Münchener Assekuranz-Managern liegt noch eine Menge harte Arbeit. Das räumt die Allianz sogar selbst ein. Insbesondere bei der Dresdner Bank ist die Lage noch immer ernst. Die Konzerntochter wird nicht wie erhofft in diesem Jahr schwarze Zahlen schreiben. Die Sanierung ist noch schwieriger als befürchtet. Noch immer hängt die Bank, die vor zwei Jahren für 24 Milliarden Euro übernommen wurde, wie ein Mühlstein am Hals der Allianz.

Auch im ersten Quartal kommenden Jahres wird die Frankfurter Großbank zunächst noch rote Zahlen ausweisen. Die hohen Kosten für die Restrukturierungen bei der Bank von bis zu 400 Millionen Euro sind noch nicht gebucht. Dazu kommen weitere Unsicherheiten: Aus Berlin drohen hohe Belastungen, wenn das Steuerrecht zu Ungunsten der Versicherer geändert wird. Wie sich die Börsen weiter entwickeln, ist genauso offen. Auch können noch immer verheerende Naturkatastrophen, die bisher glücklicherweise ausgeblieben sind, ins Kontor schlagen. Davor ist die Versicherungsbranche nie sicher.

Da trifft es sich gut, dass die Allianz vor gut zwei Wochen ihre Beteiligung an Beiersdorff verkauft hat und dadurch einen Gewinn von 2,9 Milliarden Euro verbuchen kann. Damit wird am Ende des Jahres trotz aller Probleme ein guter Gewinn unter dem Strich stehen und an die Aktionäre eine konstante Ausschüttung möglich sein. Das kann aber nicht darüber hinweg täuschen, dass der Versicherer weit von ruhigem Gewässer entfernt ist.

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