Kommentar
Der Druck wächst

Die Konjunktur zieht vorsichtig an, doch der Stellenabbau in Deutschland geht weiter. Die mehreren tausend Arbeitsplätze, die Siemens aktuell streichen oder ins Ausland verlagern will, sind nur ein besonders sichtbares Beispiel dafür. Der Grund dafür ist simpel.

Die Konjunktur zieht vorsichtig an, doch der Stellenabbau in Deutschland geht weiter. Die mehreren tausend Arbeitsplätze, die Siemens aktuell streichen oder ins Ausland verlagern will, sind nur ein besonders sichtbares Beispiel dafür. Jede Woche schließen in der Republik kleinere oder größere Betriebe ihre Tore. Der Grund dafür ist simpel: Der Produktionsfaktor Arbeit ist in Deutschland in vielen Fällen zu teuer. Immer mehr Produkte können in anderen Ländern in der gleichen Qualität, aber zu deutlich niedrigeren Kosten hergestellt werden – und auch immer mehr Dienstleistungen sind anderswo günstiger zu bekommen.

So müssen sich Siemens-Beschäftigte nun von der Konzernleitung vorrechnen lassen, dass die gleiche Arbeit in Ungarn 30 Prozent billiger zu haben ist. Das kann nur eines heißen: Die Kosten in Deutschland müssen runter. Der Konzern kann nicht aus patriotischen Gründen teurer in Deutschland produzieren und zusehen, wie sein Produkt vom Markt verschwindet. Jahrzehntelang hat die deutsche Industrie die Nachteile bei den Arbeitskosten durch den Einsatz von Maschinen kompensiert. Auch das hat schon Arbeitsplätze gekostet. Nun stößt sie an die Grenzen der Rationalisierung.

Der immer härtere internationale Wettbewerb erhöht den Druck auf die Flächentarifverträge. Die Belegschaften bedrohter Werke werden sie mit immer neuen Zugeständnissen aushöhlen. Die Gewerkschaften werden sich dieser Realität stellen müssen. Die Politik sollte ihnen dabei mit sanftem Druck helfen. Der Arbeitsmarkt internationalisiert sich, daran führt für die Exportnation Deutschland kein Weg vorbei. Darum ist es auch so wichtig, dass die Löhne so weit wie irgend möglich von staatlich auferlegten Nebenkosten befreit werden.

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