Kommentar
Deutschland kommt

Corporate Germany traut sich wieder was. Der gestrige Kauf des US-Sportartikelherstellers Reebok durch Adidas ist ein weiteres Indiz für das neue Selbstbewusstsein der heimischen Konzerne.

Bereits in den letzten Monaten hatten die Lufthansa mit der Übernahme der Swiss und der Gesundheitskonzern Fresenius durch den Kauf des US-Dialyseriesen Renal Care entsprechende Signale gesetzt.

Nach den langen Jahren der Restrukturierung, in denen die Controller und nicht die Strategen das Steuer in der Hand hielten, beginnt ein offensiverer Geist in die Vorstandsetagen einzuziehen. Das ist gut so. Denn in reifen Schlüsselmärkten – von der Chemie über den Fahrzeugbau bis zur Konsumgüterindustrie – schreiten die Globalisierung auf der einen und die Konsolidierung auf der anderen Seite rasch voran. Sicher: Größe ist nicht alles. Aber in vielen Branchen wie der Sportartikelindustrie sind Skaleneffekte derart wichtig, dass Größe zum Wert an sich wird. Die Steigerung der Einkaufsmacht gegenüber den Zulieferern und die Verbesserung der Verhandlungsposition gegenüber den Großkunden sind gewaltige Triebfedern für Übernahmen und Fusionen.

Leisten können sich die gut aufgestellten deutschen Firmen ihren Expansionsdrang allemal: Die Kriegskassen sind prall gefüllt. Zudem verdienen die Konzerne im historischen Vergleich glänzend. Das wirtschaftliche Fundament der Konzerne ist nach den radikalen Umbauarbeiten der letzten Jahre stocksolide. Der deutschen Wirtschaft geht es damit ungleich besser als dem Standort Deutschland. Die Firmen marschieren voran, die Volkswirtschaft hinkt hinterher.

Dennoch irren alle, die von einer Entkoppelung der volkswirtschaftlichen Konjunktur von der Firmenkonjunktur sprechen. Zwar hängt der Gesundheitszustand der Unternehmen mehr denn je von der globalen Stimmung und weniger von der Binnenwirtschaft ab. Dennoch schaffen und sichern Weltmarktführer hochwertige Arbeitsplätze und somit qualitatives Wachstum in ihrer Heimat. Wie würde Deutschland ohne sie dastehen?

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