Kommentar
Ein Wüstenstromprojekt wirbelt Staub auf

Milliarden sind bei dem Projekt im Spiel, Strom in der Wüste zu produzieren. Ein guter Grund, unnötigen Streit zu vermeiden. Die Stiftung Desertec und die Industrie liefern sich dennoch einen schädlichen Wettbewerb.
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Stellen Sie sich vor, Sie müssten ein Riesenprojekt stemmen, mit Milliardeninvestitionen sowie Hunderten Beteiligten aus Industrie und Politik. Und das Projekt soll in der Wüste entstehen. Was würden Sie tun? Als Erstes sicherlich alle Kräfte bündeln, damit es keine unnötigen Reibungsverluste gibt. Aber beim Wüstenstromprojekt Desertec ist das Gegenteil der Fall. Da machen sich zwei große Partner gegenseitig Konkurrenz und sorgen für Verwirrung in der Öffentlichkeit. So beschädigen sie das noch zerbrechliche Image der Marke Desertec.

Die Desertec Stiftung, die sich einst das Konzept vom Strom aus den Wüsten der Welt ausgedacht hat, konkurriert mit der Desertec Industrie-Initiative DII in München. DII wird von Dutzenden bedeutender Unternehmen wie Munich Re, Siemens, RWE und Eon getragen und entwickelt Solar- und Windparks im Mittleren Osten und in Nordafrika.

Jetzt sorgt die Desertec Stiftung für Aufregung. Während die Industrie-Initiative ihre ersten Vorzeigekraftwerke in Nordafrika erst vorbereitet, prescht die Stiftung vor. Sie hat das Kraftwerk „TuNur“ in Tunesien zum „vorbildlichen Pilotprojekt“ für Solar- und Windparks in der Sahara gekürt.

Die Stiftung macht es sich leicht. Sie nimmt ein Kraftwerk, das ohnehin geplant war, und drückt ihm den Desertec-Stempel auf. „Es entspricht unseren Kriterien für ein offizielles Desertec-Projekt“, begründet Stiftungs-Vorstand Thiemo Gropp die Entscheidung.

Das Vorpreschen sorgt für Unmut in München, wo DII-Chef Paul van Son um Professionalität beim Megaprojekt Wüstenstrom bemüht ist. Dort wollen die Verantwortlichen erst einmal prüfen, welche Kriterien die Stiftung beim Gütesiegel zugrunde legt.

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Die ersten Projekte müssen erfolgreich sein

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  • Desertec ist derselbe Unsinn wie Offshore Windkraft in D. Ein Projekt der Großkonzerne und Finanzinvestoren die Subventionen abkassieren wollen weil es bald bei Uran und Kohle ein Ende hat.

    Erneuerbare Energien müssen in Dtl erzeugt werden ohne lange, teuer Leitungswege und dezentral. In D gibt es dafür genug Platz.

  • Hallo Kritiker,

    der Nobelpreisträger Heisenberg hatte einst vorgeschlagen nukleare Abfälle mit 3m Erde zu bedecken.

    In Deutschland suchte man nach der idealen Lösung und fand diese im ehemaligen Salzbergwerk Asse. Das Bergwerk kostete 1/2 Mio. DM und man lagerte 126000 Fässer Leicht- und Mittelradioaktive Abfälle ein. Salzstöcke sind ideal geeignet als Salzstöcke einen Abschluss von der Biospäre über geologische Zeiträume hinweg bieten, Salz verhält sich plastisch und verschliesst Spalten. Salz hat eine gute Wärmeleitung was für hochradioaktive Abfälle wichtig ist.

    Im Fall Asse wurde das Salzvorkommen bis zum Rande ausgebeutet so das geringe Mengen Wasser aus der Umgebung aufgrund des Gesteinsdrucks einsickern. Es wäre angebracht das Bergwerk wie andere auch zu fluten. Andere Salzstöcke haben seit 220 Mio. Jahren Laugeneinschlüsse. Salz verhält sich plastisch und so schliesst sich das Bergwerk (Oekopropaganda stürzt ein). Ein Bergen der eingelagerten Abfälle wäre nicht nur teuer, sondern auch gefährlich. Die Oekoreligion nimmt eben wenig Rücksicht auf das Leben von Mitmenschen, s. Biosprit.

    Vandale

  • Hallo Konrad, Die Transmutation zur Umwandlung radioaktiver Isotope ist eine Fiktion. Die Länder, die aktuell Kernkraftwerke bauen geben kein Geld aus um fiktive Probleme wie die "ungelöste Endlagerfrage" zu lösen. In Deutschland hat der BMU Trittin als eine seiner ersten Amtshandlungen die Wiederaufbereitung verboten mit der der verbrauchte Kernbrennstoff weitestgehend, 95%, wieder genutzt werden kann, um der "Ungelösten Endlagerfrage" nicht im Wege zu sein.

    Weltweit wird ein Dutzend Endlager für Atommüll betrieben. Die WIPP Anlage in den USA, ein Salzstock analog Asse/Gorleben, wo man die hochradioaktiven Abfälle aus militärischer Nutzung unterbringt ähnelt dem einstigen Deutschen Konzept am meisten.

    Technisch gesehen führt die Beseitigung von abgebrannten Kernbrennstoff über die Wiederaufbereitung wo man Uran, Plutonium und die Spaltprodukte trennt, erstere wieder als Brennstoff nutzt. Die Nutzung interessanter Spaltprodukte, Rhodium 50.000€/Kg, Ruthenium 2000 €/Kg, Technetium 83000$/Kg wurde teils entwickelt und ist realistischer als das Lösen fiktiver religiöser Probleme.

    Vandale

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