Kommentar
Luxusmarke von Hyundai ist überflüssig

Der südkoreanische Autobauer Hyundai prüft den Aufbau einer eigenen Premiummarke. Das kann sich der Konzern eigentlich schenken. Der Autobauer ist auch ohne Luxusautos sehr erfolgreich. Ein Kommentar.
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Was haben Infiniti, Lexus und Acura gemeinsam? Die drei Premiummarken der japanischen Autobauer Nissan, Toyota und Honda sind alle drei auf dem amerikanischen Automarkt sehr erfolgreich.

Genau dieser Erfolg  in Amerika muss es sein, warum der koreanische Autobauer Hyundai jetzt gleichfalls ernsthaft die Gründung einer eigenen Luxusmarke erwägt. Einen geradezu biblischen Namen haben die Koreaner bereits: nämlich Genesis. Bislang hat Hyundai darunter eine Limousine der oberen Mittelklasse und ein Coupé verkauft. So weit, so gut.

Fragt sich nur, ob die Autowelt wirklich auf noch eine weitere Luxusmarke aus Asien gewartet hat. Zumindest in Europa gibt es darauf eine klare Antwort: Nein, hat sie nicht. Dass Honda mit Acura hier gar nicht erst antritt, hat einen guten Grund. Bis heute hat Toyota mit Lexus hier kein Rad auf den Asphalt gebracht - egal wie qualitativ hochwertig die Autos auch waren und sind.

Und was Infiniti angeht, so sind die Ansprüche und Pläne hoch, aber mit der Umsetzung hapert es. Die Zulassungen hängen etwa in Deutschland weiterhin im homöopathischen Bereich fest und es gibt immer noch viel zu wenige eigene Infiniti-Händler, als dass sich daran schnell etwas ändern könnte. Dass Infiniti anders als Lexus auf ein eigenes exklusives Händlernetz und nicht auf die bestehenden Strukturen setzt, hat sich nicht ausgezahlt. Wobei Hyundai zumindest diesen Fehler offenbar so oder so nicht wiederholen will. Wie amerikanische Manager des südkoreanischen Konzerns betonen, würden die Luxus-Autos der Luxus-Marke in den Showrooms regulärer Hyundai-Händler verkauft werden.

Aber wenn Hyundais und Genesis-Autos eh Seite an Seite stehen, sollten die Koreaner vielleicht ohnehin lieber auf eine Edelmarke verzichten, denn aufgewertet wird ein preiswerter Hyundai-Kleinwagen durch ein nebenstehendes Sportcoupé einer eigenständigen Luxusmarke mit eigenem Namen wohl eher nicht. Vielmehr werden die qualitativen Unterschiede deutlich. Ganz anders sieht die Sache aus, wenn Kleinwagen und Sportcoupé unter der selben Marke vertrieben werden - so wie es Hyundai derzeit bereits macht. Das könnte die Marke Hyundai sogar eher noch aufwerten.

Die Koreaner sind auch ohne Luxus-Brand zweifelsfrei sehr erfolgreich unterwegs - und das nicht nur bei den Absatzzahlen, sondern auch bei der Steigerung von Qualität und Markenwahrnehmung. Mit den neuen Modellen i40 und i30 und den durchweg guten bis sehr guten Bewertungen in Fachzeitschriften verlässt Hyundai Schritt für Schritt die Ecke des Billigheimers.

Hyundai sollte besser eine Volumenmarke bleiben. Und das nicht etwa, weil man den Koreanern keine eigene Premium-Marke gönnen würde.

Es ist nicht wirklich sinnvoll, viel Geld in den langwierigen Aufbau einer Marke zu stecken, nur um im lukrativen Premium-Geschäft mitzumischen. Hyundai sollte lieber weiter konsequent daran arbeiten, sich als Premium-Volumenmarke a la VW zu positionieren. Dass dieser Weg der richtige ist, beweisen die Koreaner schließlich selbst Monat für Monat aufs Neue.

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