Kommentar
Obamas falsche Hoffnung

Der amerikanische Arbeitsmarkt scheint sich zu erholen. Doch viele der neu geschaffenen Stellen reichen kaum zum Überleben. Für Wahlkämpfer Obama könnte sich das zum Bumerang erweisen.
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Es sind gute Nachrichten – vor allem kurzfristig: Seit drei Monaten in Folge werden in den USA monatlich wieder mehr als 200.000 neue Jobs geschaffen. Die Arbeitslosenquote ist in den vergangenen zwölf Monaten von 8,9 auf 8,3 Prozent gefallen. Die Amerikaner konsumieren wieder mehr. Einige von denen, die die Finanzkrise 2008 so hart traf, fühlen sich ein kleines bisschen besser.

Für US-Präsident Barack Obama kommen die Zahlen im Wahlkampf, bei dem sich immer deutlicher Mitt Romney als Gegner herausstellt, gerade recht. Er sonnt sich in den ersten Strahlen, die die düstere Situation auf dem Arbeitsmarkt erhellen. Schließlich hat die weltgrößte Volkswirtschaft in der Krise acht Millionen Arbeitsplätze verloren und die Arbeitslosenquote auf ein Rekordhoch schnellen sehen. Deshalb ist ihm jeder neu geschaffene Job willkommen.

Auch wenn am Freitag die neuen Arbeitsmarkt-Daten kommen, wird das Job-Feuerwerk weitergehen. Ökonomen rechnen wieder mit mehr als 200.000 zusätzlich geschaffenen Stellen. Die Arbeitslosenquote könnte dann von 8,3 auf 8,2 Prozent sinken. Das wäre der tiefste Stand seit über drei Jahren.

Doch Amerika sollte sich von dem Jubel nicht blenden lassen. Denn nicht jeder neu geschaffene Job ist einer, von dem man leben kann. Das kann die Wirtschaft langfristig belasten und den Präsidenten Wählerstimmen kosten.

Da wären zum Beispiel die Arbeiter bei SCI in North Canton im US-Bundesstaat Ohio. Noch vor kurzem ließ der Hersteller von Heizlüftern die Geräte in China produzieren. Jetzt ist er in die USA zurückgekehrt und hat Hunderte von Jobs mit in die gebeutelte Region gebracht. Für Obama ein Marketing-Erfolg!

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