Kommentar
Republikanisches Karussell

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Während die Demokraten zwischen strahlenden Siegern wählen können müssen sich die Republikaner mit mehreren nicht wirklich befriedigenden Alternativen herumquälen. Denn bei aller Begeisterung über Mike Huckabee: Es wird sich im Verlauf der nächsten Wochen noch deutlich zeigen, dass der Politiker-Priester für viele Republikaner eben nicht die erste Wahl ist.

Denn jetzt wird taktiert. Der Sieg von Huckabee ist gut für Rudy Giuliani, da damit zunächst Mitt Romney geschadet wird. Siegt sogar noch John McCain in New Hampshire, dann wäre weiter Romney geschwächt und Huckabee bekäme einen Dämpfer. Holt dann Giuliani den erwarteten Sieg in Florida wäre der Ex-OB aus New York auch wieder im Rennen. Am Ende des Super-super-Tuesday am 5. Februar, wenn in über 20 Bundesstaaten gewählt wird, könnte die republikanische Partei mit drei oder vier etwa gleichstarken Kandidaten dastehen. Während sich bei den Demokraten bis dahin Klarheit herausgeschält haben sollte, wären die Republikaner noch in innerparteiliche Grabenkämpfe um den Spitzenplatz verwickelt.

Warum dies so sein könnte? Weil keiner aus dem republikanischen Personaltableau die konservative Mitte erreicht. Huckabee ist zu pietistisch-religiös, Romney hat den falschen Glauben, McCain ist ein erratischer Einzelkämpfer und Giuliani ist zu unseriös. Die Republikaner suchen nach dem einen Kandidaten, hinter den sie sich versammeln können. Und der Erfolg von Huckabee heißt noch lange nicht, dass sie diesen jetzt gefunden haben. Bislang probieren sie nur aus.

Markus Ziener ist Korrespondent in Washington.
Markus Ziener
Handelsblatt / Korrespondent

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