Kommentar
Spaniens Sparplan geht nicht auf

Mit großer Selbstsicherheit hat die neue spanische Regierung einen Sparhaushalt vorgelegt. Die Details zeigen allerdings, dass dieser nicht wirklich zum Erfolg führt. Die laufenden Ausgaben steigen stattdessen.
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Seit ihrer Wahl im November spricht die spanische Regierung lautstark von einem neuen Zeitalter der Sparsamkeit für Spanien. Nach Jahren glänzenden Wachstums haben für das Land die dunklen Jahre begonnen. Hohe Defizite und ausbleibendes Wachstum werfen Zweifel an seiner Zukunftsfähigkeit auf. Aus diesen Gründen ist die angekündigte Sparsamkeit ein Muss.

Im vergangenen Monat hat die Regierung endlich ihr Budget für 2012 vorgelegt. Mehrfach wurde dabei betont, dieser Haushalt sei „die größte Anstrengung zur Haushaltskonsolidierung unserer Demokratie“. Sieht man sich den vorgelegten Haushalt aber im Detail an, kommt man zu dem Schluss, dass hier nur eine Fata Morgana vorgespiegelt wird: Es gibt keine wirkliche Konsolidierung. Ungeachtet der versprochenen Sparbemühungen steigen die Ausgaben gegenüber 2011 um zwei Prozent. Die laufenden Ausgaben einschließlich der Gehälter des öffentlichen Dienstes, der Ausgaben für Waren und Dienstleistungen sowie für Zinsen und die Transferleistungen in die autonomen Regionen wachsen um sage und schreibe sechs Prozent.

Es stimmt zwar, dass die Zinszahlungen um fünf Prozent steigen und dass die Regierung hierauf kaum Einfluss hat. Aber das müsste diese durch Einschnitte auf anderen Gebieten kompensieren. Gehälter und Transfers steigen aber, nur die Ausgaben für Waren und Dienstleistungen sind geringer.

Natürlich wären Einschnitte bei den Gehältern öffentlich Bediensteter oder bei den Transfers schmerzhaft und politisch teuer, aber sie sind unvermeidlich, wenn Spanien die Pleite vermeiden will. Ihr Budget zeigt ganz klar, dass die Regierung Manuel Rajoy nicht willens ist, die politischen Kosten für einen wirklichen Sparhaushalt auf sich zu nehmen.

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Einzige Kostensenkung bei Investitionen

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  • Denkanstoß:
    Spanien ist keine schwäbische Hausfrau, wird aber als solcher betrachtet und versucht sich entsprechend zu verhalten.
    Die wirtschaftliche Gesamtverschuldung hat ein Niveau ereicht, das bei vorsichtig/schreckhaften Kapitalmärkten nur noch knapp über dem Zumutbaren liegt. Wir haben also eine Verschuldung, welche nach Schwäbischem Hausfrauen-Prinzip durch Senkung der Fixkosten und des Konsums auf ein minimum nach ein paar Jahren der Entbehrung wieder abgebaut werden kann.

    Aus sicht des Hausfrauenverbandes (auch EZB) scheinen einoge Hausfrauen besonders schludrig zu sein und den guten Ruf des Verbandes zu beschmutzen. Devise: Spare oder wir schmeißen dich raus. (für eine Hausfrau schon ziemlich schwer zu ertragen)

    Warum handelt es sich hierbei um ein Ding der Unmöglichkeit für Spanien?
    Wir brauchen einen Perspektivwechsel. Jeder wird mir noch zustimmen, dass Spaniens Haushalt etwas komplexer ist als der einer Hausfrau.

    Egal ob wir Einzelinvestitionen für überflüssig oder falsch erachten versuche ich den Blick mal aufs Ganze zu wenden.

    Achtung jetzt kommt auch mal wirklicher Inhalt:
    1. Was sind Schulden?
    - Schulden bedeuten Mikroökonomisch nichts anderes als dass ich Waren/Dienstleistungen abgefragt habe, die ich durch ein Leistungsversprechen (Tilgung) zu einem späteren Zeitpunkt begleiche.
    - Makroökonomisch identisch.

    2. Wie kann man Schulden abbauen?
    - Mikroökonomisch simpel: Ausgaben müssen mindestens unter die Ausgaben inklusive Tilgungsraten gesenkt werden.
    -Makroökonomisch noch simpler: Gar nicht, außer wir wollen alle Vermögen abschaffen. Gesamtvolkswirtschaftlich ist die Summe aller Schulden das Spiegelbild der Kapitalvermögen.
    Quizfrage nun: Eponentiell wachsende Geldmenge durch Zins und Zineszins.Wie senken wir Gesamtschulden ohne die Geldmenge zu reduzieren?
    Kommentarfeld ist voll. daher verweise ich auf Leitzinsen unter Null und www.globalchangenow.de

  • Ach, Espania

    die spanischen Immobilien- Bauunternehmer- und Bankmeister,das war schon ein fiese Clique und nun dazu der Einheitsbrei der spanischen Medien den die EZB auslöffeln soll
    There is no free lunch for nothing

  • @ soso

    Und soll dieser Leiharbeiter per illegalem ESM jetzt auch noch mehr Steuern zahlen und länger arbeiten, weil reiche Griechen keine Steuern zahlen und 300 Milliarden unversteuert in der Schweiz liegen haben?

    Diese 300 Milliarden (auf Privatkonten!) ist Geld, dass sich Griechenland von größenteils fränzösische Banken geliehen hat. Und die wollen dafür Zinsen sehen und die soll jetzt illegalerweise ihr deutscher Leiharbeiter per ESM bezahlen? Wenn sie für eine EUdSSR und für ESM sind, dann liefern sie den kleinen Leiharbeiter an eine PIGS-Elite aus und wir reden hier von Multimillionäre!

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