Kommentar zu Protestmarsch in der Türkei
Erdogans Gegner

PremiumDer türkische Staatschef Erdogan sollte den „Gerechtigkeitsmarsch“ von Ankara nach Istanbul ernst nehmen, statt ihn zu kriminalisieren. Das könnte ihm sogar zum Vorteil gereichen. Ein Kommentar.

Zehntausende marschieren wieder einmal in der Türkei auf der Landstraße zwischen Ankara und Istanbul. Sie demonstrieren für Gerechtigkeit. Doch der türkische Präsident Erdogan denunziert sie als Terroristen. Erdogan rückt sie somit in die Nähe von Kriminellen, nach dem Motto: Wenn schon die Putschisten im vergangenen Jahr die Straßen blockierten, dann sind die Teilnehmer des „Gerechtigkeitsmarsches“ kein Stück besser.

Damit tut sich der Präsident keinen Gefallen. Er sollte den Marschierenden lieber zuhören und darauf eingehen. Sonst droht ihm das, was er als allmächtiger Präsident unbedingt verhindern will: eine veritable Opposition, getragen von einer breiten gesellschaftlichen Schicht – übrigens auch bei seinen...

 
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