Konjunktur
Kommentar: Erste Warnsignale

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Fast könnte man sich daran gewöhnen, dass der ZEW-Index seit Monaten sinkt, und dem erneuten gestrigen Rückgang wenig Beachtung schenken. Denn was sollte die Befragten veranlassen, in den kommenden Monaten mit einer besseren konjunkturellen Situation zu rechnen als derzeit? Das erreichte Niveau ist mitten im Wirtschaftsaufschwung bereits hoch. Obendrein erklärt der Blick auf die vom ZEW Interviewten den erneuten Rückgang des Barometers: Es sind Analysten – also jene, die die Subprime-Krise besonders früh zu spüren bekommen.

Doch der gestrige Rückgang unterscheidet sich von jenen der drei Vormonate – weil die Konjunkturrisiken zunehmen. Das sieht auch der IWF so, wie die deutlichen Prognoserevisionen zeigen. Im September hat nicht nur der hohe Ölpreis viele Marktteilnehmer verschreckt. Mehr oder minder zeitgleich hat der Euro sein Allzeithoch erreicht. Die warnenden Stimmen, dass der Euro die Nachfrage nach Produkten „made in Germany“ mindern könnte, werden lauter. Und warum sich der US-Arbeitsmarkt obendrein im August derart schlecht entwickelt hat, lässt Volkswirte erschrocken rätseln: Das erste Mal seit vier Jahren sank in den USA die Beschäftigung.

All das sind wahrlich keine beruhigenden Signale für die Konjunktur – für die amerikanische in erster Linie nicht und für die Weltwirtschaft damit auch nicht. Von den europäischen Ökonomien müssen sich vor allem jene Länder sorgen, deren wirtschaftliche Lage der amerikanischen ähnelt: Spanien und Großbritannien.

Damit werden freilich auch für die deutsche Volkswirtschaft die Risiken einer Wachstumsabschwächung größer. Richtig groß sind sie indes noch nicht. Dagegen sprechen auf kurze Sicht vor allem die vollen Auftragsbücher der hiesigen Unternehmen.

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