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Der Absturz von FJH

Die Internetblase war längst geplatzt, da jubelte das Münchener Softwarehaus FJH noch über riesige Wachstumsraten.

Ein Umsatzplus von einem Viertel sei eine vorsichtige Prognose, tönte Vorstandschef Manfred Feilmeier noch im Frühjahr 2002, als viele Wettbewerber nur ums Überleben kämpften. Doch der Spezialist für Banken- und Versicherungssoftware schien sich von dem Abwärtstrend abkoppeln zu können. Das Geschäft lief auf Hochtouren, 2003 kauften die Bayern sogar noch eine Beratungsgesellschaft.

Seither ging es jedoch steil bergab. Erst sorgte eine anonyme Anzeige wegen angeblicher Bilanzfälschungen für Turbulenzen. Dann brach zusehends das Geschäft weg, 2004 lief ein hoher Verlust auf. In diesem Frühjahr wurde schließlich eine ganze Reihe Top-Manager ausgetauscht, zuletzt kündigte am Freitag der Finanzvorstand seinen Rücktritt an.

Jetzt, da sich zahlreiche Wettbewerber saniert haben und wieder auf die Beine kommen, steckt FJH tief in der Krise. Dabei hat die Firma in der Finanzbranche einen guten Ruf und Softwareexperten schätzen die Produkte. Doch inzwischen hat FJH ein Drittel der Belegschaft abgebaut und die Kunden murren. Unter diesen Voraussetzungen wird es sehr schwer werden für das einstige Vorzeigeunternehmen, an alte Erfolge anzuknüpfen.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
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