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Schwache Retourkutsche

Als der E-Plus-Discounter Simyo Anfang Juni mit einem Preis von 19 Cent pro Verbindungsminute die deutsche Mobilfunkszene aufschreckte, reagierte der Service-Provider Victor Vox sofort.

Er unterbot mit seiner Prepaid-Variante Simply die Simyo-Minutenpreise um einen Cent und verzichtet bis Ende Juni auf die einmalige Aktivierungsgebühr von 24,95 Euro. Wer genau hinsieht, entdeckt beim Simply-Tarif aber unangenehme Überraschungen. Dazu gehört eine Zehn-Sekunden-Taktung nach der ersten Minute, teure Anrufe bei der eigenen Voicebox und bei der Hilfe-Hotline. Simyo offeriert dagegen eine Ein-Sekunden-Taktung, kostenlose Voicebox-Anrufe und eine Hotline für 12 Cent. Auch einen Pfand für die Sim-Karte von 29,85 Euro wie bei Victor Vox oder die Option, dass das Unternehmen einen Vertrag kündigen kann, wenn der Kunde innerhalb von drei Monaten keine Anrufe tätigt, gibt es bei Simyo nicht.

Das Beispiel zeigt: Mobilfunk-Anbieter drängen zu Recht darauf, dass Netzbetreiber allen Vertriebspartnern die gleichen Einkaufkonditionen gewähren. Sollte dieses nicht der Fall sein, dürfen sie sich dagegen wehren. Die Simyo-Abwehrstrategie von Victor Vox, eigene Tarife günstig erscheinen zu lassen und in wenig transparenter Weise durch kundenunfreundliche Verkaufsbedingungen zu ergänzen, ist kein Zeichen strategischer Finesse, sondern ein Armutszeugnis.

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