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Werbepause im Netz

Für den Axel-Springer-Verlag und den Internet-Dienstleister T-Online mag das Urteil erstmal ärgerlich sein - mittelfristig sollten sie es begrüßen.

Das Landgericht Berlin hat entschieden, dass Werbung in Online-Medien klar erkennbar von redaktionellen Inhalten getrennt werden muss. Hintergrund des Verfahrens war eine Klage des VerbraucherzentraleBundesverbandes gegen das Portal Bild. T-Online.de. Der Axel Springer-Verlag und T-Online betreiben die Webseite gemeinsam. Im vergangenen Januar waren dort mehrere Reklame-Beiträge über ein Modell von Seat erschienen. Nur ein Teil der Texte war als "Anzeige" markiert, der Rest sei nicht besonders gekennzeichnet gewesen, kritisieren die Verbraucherschützer. Der Axel Springer Verlag weist den Vorwurf der "Schleichwerbung" jedoch zurück. Es sei lediglich um die Frage gegangen, ob eine Ankündigung für eine Werbeaktion als Werbung zu erkennen gewesen sei, so die Hamburger.

Doch auch damit schneidet sich der Verlag ins eigene Fleisch. Seit Jahren singen Marktforscher, Berater und Internet-Dienstleister das Lied vom Ende des Kostenlos-Kultur im Web. Die Nutzer sollen für Texte und Informationen im Netz zur Kasse gebeten werden. Denn die Firmen wollen weniger abhängig vom volatilen Werbegeschäft werden. Doch die Surfer werden nur dann zahlen, wenn sie davon überzeugt sind, dass Internet-Inhalte wertvoll und einzigartig sind.

Das Landgericht Berlin zwingt Bild.T-Online und andere Firmen dazu, diesen Grundsatz künftig stärker zu berücksichtigen. Es ist zu ihrem Besten.

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