Osthoff-Freilassung
Kommentar: Glückliche Hand

So sehr nun mit Recht das Krisenmanagement der Bundesregierung im Fall von Susanne Osthoff gelobt wird, so sehr dürfte ihr auch das Glück gewogen gewesen sein. Denn ob in einer solchen Angelegenheit professionell oder nicht agiert wird, trägt nur zu einem Teil zur Lösung bei. Im Irak mit seinem Flickenteppich an unterschiedlich motivierten Gruppierungen lassen sich Entwicklungen nur begrenzt beeinflussen. Kanzlerin Angela Merkel hatte in dieser Sache schlichtweg auch Glück.

Eine gute Hand braucht sie auch weiterhin beim Thema Irak. Denn nach der Wahl des neuen Parlaments wird die Frage der deutschen Hilfe beim Aufbau des Landes drängender werden. Ruft eine souveräne irakische Regierung nach Unterstützung, wird sich Berlin künftig nicht mehr so einfach aus der Verantwortung stehlen können, wie dies bislang der Fall war. Angela Merkel wird auch hier den schmalen Pfad finden müssen, einerseits Engagement zu zeigen, andererseits Deutschland aber auch künftig aus den irakischen Wirrnissen herauszuhalten.

Markus Ziener ist Korrespondent in Washington.
Markus Ziener
Handelsblatt / Korrespondent
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