Rekordbußgeld für Microsoft
Kommentar: Montis Kampf geht ins Leere

EU-Wettbewerbskommissar Monti hat sich Microsoft ordentlich vorgeknöpft. Das mag manchen freuen, der im Softwareimperium von Bill Gates seit je her das Reich des Bösen sieht. Doch in seiner Wirkung auf den weltweiten Softwaremarkt bleiben Montis Maßnahmen wirkungslos.

Denn Microsoft wird sich zur Wehr setzen. Und bis letztlich entschieden wird, hat der technologische Fortschritt die Ergebnisse obsolet gemacht. Steigen dürfte allerdings die Verunsicherung in der Branche, denn die Kommission will nicht weniger als auf die künftige Produktentwicklung von Microsoft Einfluss nehmen. Sie will mitentscheiden, welche Programme wie eng miteinander verzahnt werden dürfen.

Nur leider ist dies keine Erfindung von Microsoft, sondern Strategie der gesamten Softwareindustrie. Auch SAP handelt nicht anders. Es ist das Ziel jedes Unternehmen, mehr eigene Software zu verkaufen als die Konkurrenz. Die Gefahr ist groß, dass nächsten Monat die Konkurrenten von SAP nach Brüssel ziehen. Eine Kaskade von Beschwerden und Verfahren wäre die Folge.

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