Stuttgart 21
Die große Sprachlosigkeit

Heiner Geißlers Vermittlungsversuch zwischen Befürwortern und Gegnern von Stuttgart 21 wird scheitern, weil die Kontrahenten nicht miteinander sprechen. Dieses Verhalten haben die Bürger Deutschlands Spitzenpolitikern abgeschaut.
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DÜSSELDORF. Dereinst bauten die Menschen einen Turm, um damit den Himmel zu berühren. Der Herr, so erzählt es das alte Testament, fuhr erbost dazwischen und gab ihnen verschiedene Sprachen, um sie zu strafen und das Wolkenkratzerprojekt unmöglich zu machen. Das Einschreiten der Macht hatte zwei Ergebnisse: Der Turm wurde niemals fertig, und nirgendwo wissen sie seitdem besser als in Stuttgart, dass Sprache eine Strafe sein kann.

Im Zuge der Proteste gegen Stuttgart 21 sieht es so aus, als seien Befürworter und Gegner des Bahnhofumbaus Opfer einer neuen babylonischen Sprachverwirrung. Zwar bauen sie heute in die Tiefe und nicht in die Höhe. Das Ergebnis ist aber das Gleiche: Sie verstehen einander nicht mehr.

Das liegt nicht daran, dass der Herr wieder dazwischen gefahren und den Dialekt weiter differenziert hätte, sondern daran, dass sie sich schlicht weigern, dem anderen zuzuhören.

Deshalb wird der Vermittlungsversuch des Politikers Heiner Geißler scheitern, obwohl und vielleicht auch weil nicht auszuschließen ist, dass Geißler auch in Babel schon dabei war. Er ist politisches Produkt von Helmut Kohls Konsensrepublik – und in Stuttgart kann ein Konsens unter den gegebenen Umständen nicht funktionieren. Dabei steht der Konflikt stellvertretend für eine weitreichende Sprachlosigkeit im politischen Diskurs zwischen Parteien, Bürgern und Wirtschaft.

Ein Grund für die Sprachlosigkeit und die damit aussichtslose Situation des Schlichters in Stuttgart ist die Lautstärke. Eigentlich sind Gegner und Befürworter von Stuttgart 21 derzeit nämlich vor allem damit beschäftigt, die andere Seite zu übertönen.

Nirgends war das besser zu besichtigen als beim Auftritt des Tunnelbauunternehmers Martin Herrenknecht in einer Fernsehrunde, in der er klang, als rede er unaufhörlich vom Aussterben – vom Aussterben des Unternehmertums, der Ideen, der Zukunftschancen in diesem Land. Mitten in der Sendung entfuhr ihm zu einer vernünftigen Gegenfrage zur Gefahr explodierender Kosten nur noch ein: „Höruffhöruffhöruff“, was im Hintergrund irgendwann nur mehr klang wie „uffuffuff“ und für einen 69-Jährigen, auch wenn er wie Herrenknecht ein begnadeter Unternehmer und Ingenieur ist, nicht nur ungezogen und unhöflich ist.

Es war auch ein bisschen irritierend angesichts der mehr als 100 000 Menschen, denen das Projekt offenbar Grund genug ist, dagegen auf die Straße zu gehen und sich dem Risiko auszusetzen, von Wasserwerfern beschossen zu werden. Die Herrenknechts aus der Wirtschaft haben einen Tunnelblick, wie kleine Kinder, die sich die Hände auf die Ohren legen, die Augen schließen und „lalalalala“ rufen. Wie er drohen sie damit, in die Schweiz auszuwandern, falls die Union die Wahl verliert und Stuttgart 21 scheitert.

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  • Desweiteren wurde aufgrund der Stadtpolitik in Stuttgart die Sozialhilfeempfänger und ihre Kinder sowie die Obdachlosen aus dem öffentlichen Nahverkehr ausgeschlossen.

    Stuttgart ist die Stadt, die als erste das betteln verbieten wollte.
    Die Obdachlosen wurden und werden aus dem öffentlichen Verkehr und den bahnhöfen seit Jahren vertrieben. Ein Säuberungsprozess der den Unrat von Menschen hinausbefördert. Let´s Putz.

    Heute ist:
    Die hochgeförderten Frauen a´la Gönner sind selbst in die bauvorhaben verstrickt und tragen weiße und rosa Kragen als Erkennungszeichen unter einem Pullover als modischen Zeichen.
    Früher war es die hochgeklappte Sonnenbrille, als Merkmal.

    Die Gewalt in den Stadtbahnen hat massiv zugenommen. Die Leute die sich die teueren Fahrkarten leisten können fungieren im öffentlichen Verkehrsnetz. Überwachungskameras sind die Folge.

    Doch diese Leute die genug Geld mitbringen sind sauber und geduldet. Diejenigen die kein Geld haben: Let´s putz in Stuttgart! Leiharbeiter rein, ausbeuten, obdachlose abschieben. Wirtschaftspolitik a´la carte.

    Passend dazu im Nachtisch : Der historische Film: Schwabenkinder als besonderes deluxe!

  • Heute habe ich per informationszufluss von aussen SWR3 im Fernsehen eingeschaltet. Dort laufen seit einiger zeit ab vormittags die Debatten über Stuttgart21 im Fernsehen die im Stuttgarter Rathaus abgehalten werden.

    Wurde ich darüber informiert: NEiN!

    Es werden laufend Werbeprospekte eingeworfen und veröffentlicht von Pro und Contra befürwortern für Stuttgart21 im breifkasten. Doch dass es diese öffentliche Veranstaltung gibt zu dem jeder bürger freine Zutritt haben sollte, nein diese information finden sie nicht. im Rathaus sitzen neben geissler und anderen äußerst wenige Leute als Zuschauer.

    Über die nicht zulässige Leiharbeit in hochsicherheitskritischen bereichen die hier jahrzehntelang in Stuttgart im bahnbereich betrieben wurde und wird, ist gleichfalls nicht auf der Tagesordnung.


    Mariana Mayer, ich bin mit zuständig für die Softwarezulassung iCE3 der Neubaustrecke Köln/Rhein Main und war für die Testerstellung verantwortlich. Diese Tätigkeit wurde in diskriminierender Leiharbeit durchgeführt. Als Dipl inf. erhielt ich im 4 Jahr als inf. 2400 Euro brutto, keinerlei Aus- und Weiterbildung bis auf einige ganz wenige Tage.

    Die EbA Gutachter SUWE war über diese Vorgehen informiert und hat selber Gutachen dazu geschrieben, doch die eigenen Gutachter unterstützt die bAteilungsleiter ,z. b. bei der iCS AG und bei Alcatel in der Abteilung TS/QF bei Alcatel jetzt Thales sind. Diese haben die Leiharbeit zugunsten eigenen Profits unterstützt incl. der Leiter der Abteilung TSQF und der zugehörigen GMbH Thales Geschäftsführer.

    Die Leiharbeit beispielsweise über das Leiharbeitsunternehmen iCS AG ist immer noch hochfinanziert von deutschen Steuernzahlern und gedeckt von den hochbezahlten EbA Gutachtern mit im boot.

    Es passierten Unfälle in bezug von ETCS in der Schweiz mit Sachschaden, weil gut eingearbeitete Tester ständig ausgetauscht wurden in Leiharbeit. Und das seit Jahrzehnten.

    Meine Abteilung in die ich gewechselt war, wurde aufgrund dieser Vetternwirtschaft in Stuttgart zerschlagen und dem Unternehmen ein millionenschwerer Schaden zugefügt. Die mitarbeiter wurden auf den Tüv Süd etc verteilt.

    Mitarbeiter des Tüv Süd waren nicht in der Lage die Aufgabenstellungen zu bearbeiten, deshalb habe ich in Leiharbeit technsiche Sicherheitsberichte geschrieben. Danasch soltle ich vernichtet und ausgrenzt werden und audf ewif schweigen. Ruhiggestellt wurde ich mit Hyphnosemethoden die die Dr. Titel inhaber der Abteilung TS/QF jetzt Thales, Leiter der Prüfleitstelle ist Warlitz beherrschen.
    ich sollte aus dem Weg geräumt werden, weil die technischen Sicherheitsberichte falsch waren in bezug auf die Restfehlerberechnungen des MD4 und Md5 in den Eu Normen, nach denen die Ebagutachter gearbeitet und alle falsche geprüft hatten.
    Auch der französchiche festeingestellte Safetymanager der Entwicklungsabteilung wurde gegen mich ausgespielt, weil er sich selber nicht durchsetzen und nach eigenen Aussagen niedergeschriene wurde.
    Durch Gewalt und Psychoterror gegen Leiharbeiter werden in Stuttgart die Probleme in der bahnsicherheit gelöst. Das geld kassieren sich die Leiharbeitsunternehmen ein. Für mich wurden 90 000 Euro von Alcatel SEL in einer 30 Stunden Woche gezahlt. Die Leute müssen theoretisch nur rumsitzen und anderen nach dem munde schwafeln und bereit sein Mobbingattacken und Gewalt gegen andere mitzutragen. Als belohnung wird man anschließend weitervermittelt. Meine Kollegin die ich selber aufgefprdert hatte sich zu bewerben sitzt heute mit 58000 Euro Jahresgehalt bei bosch, weil sie aktiv gegen mich die Attackem mitgetragen hat. Die Personalabteilungen haben dafür den Weg geebnet um nach aussen hin sauber dazustehen.

  • Die bäume waren sehr wertvoll. Darum wurden diese ja auch gefällt.

    Doch die eigentliche Frage ist, sprich Dr. Kefer Wer haftet bei Schäden? Sprich Unternehmensverantwortung.

    Läuft es da auch so wie bei der Loveparade, alle weiteren beteiligten sitzen hochbezahlt auf Staatskosten in ihren Pöstchen, abgesichert durch den bürger, oder die Manager haben sich durch Millionenabfindungen abgesichert, und der einfache bürger ist als bahnfahrer anschließend eben tot oder wird im Falle von nichtbedachten Unfällen und beeinträchtigungen lebenslang in Sklavenarbeit mit lediglich Futter und Stall gehalten, so wie bisher praktiziert.

    Für die einfachen Opfer gibt es lediglich Krankenkasse in Grundversorgung oder sprich hartz4.
    Solange bis er nicht mehr kann und ins Heim abgeschoben wird als lukratives Medikamentenmissbrauchsopfer.

    Also : wo liegt die Haftung im Falle von Schaden bei stuttgart21 einem risikobehaftetem teuren Projekt zugunsten weniger die davon lediglich wirtschaftlich profitieren?

    Desweiterhin wurde der Vorschlag Canstatter bahnhof nicht auf den Tisch gebracht.

    Ein Vorschlag der mir neulich zusätzlich noch und "vollkommen unabhängig" und zufällig von einem Lokführer unterbreitet wurde. Er selber schlug diese Lösung vor.


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