US-Fluglinien
Kommentar: Ruinöser Preiskampf

Ein Ölpreis jenseits der 100-Dollar-Marke lässt nur noch gesunden Airlines eine Chance, die aber sind in den USA an einer Hand abzuzählen. Einmal mehr wird deutlich: Zwischen New York und Los Angeles sind zu viele Fluglinien mit zu vielen Jets unterwegs.
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Selbst der sparsamste Billigflieger weiß: Wer an der Wartung von Flugzeugen spart, schaufelt sich sein eigenes Grab. Das Stilllegungsdebakel bei American Airlines wird der Industrie helfen, darauf wieder penibel zu achten. Zwischen Dallas und Chicago mögen inzwischen 200000 Passagiere fluchen, weil sie in verstopften Terminals auf ihre Flüge warten. Die Situation ist immer noch besser als ein durch Wartungsfehler verursachtes Unglück mit tödlichen Folgen. Obwohl US-Fluglinien zumeist mit älteren Flotten fliegen als etwa europäische Fluglinien, ist die Unfallrate im weltgrößten Luftverkehrsmarkt zuletzt weiter gesunken. Die Statistik gilt es auszubauen – koste es, was es wolle.

Das Problem ist, dass die Fluglinien keine Zusatzkosten mehr schultern können. Ein Ölpreis jenseits der 100-Dollar-Marke lässt nur noch gesunden Airlines eine Chance, die aber sind in den USA an einer Hand abzuzählen. Einmal mehr wird deutlich: Zwischen New York und Los Angeles sind zu viele Fluglinien mit zu vielen Jets unterwegs. Trotz horrender Verluste im zweistelligen Milliardenbereich seit 2001 treten noch immer sechs finanziell mehr oder minder ausgeblutete Traditions-Airlines gegeneinander an, die zudem von Billigfliegern wie Southwest Airlines oder Jetblue attackiert werden.

Die Folgen eines ruinösen Preiskampfs lassen sich Tag für Tag im Flugbetrieb besichtigen: veraltete Jets, verstopfte Flughäfen, schlechter Service. Die Beschwerden von Passagieren haben sich im Vergleich zum Vorjahr dramatisch erhöht. Das zeigt überdeutlich: Die Kunden sind mit dem System so unzufrieden wie die Aktionäre der Fluggesellschaften. Ein fundamentaler Umbruch im Luftverkehr ist überfällig:Die Welt braucht weniger Airlines und dafür gesündere, die auch investieren – nicht zuletzt in die Sicherheit ihres Flugbetriebs.

Matthias Eberle
Matthias Eberle
Handelsblatt / Ressortleiter Ausland

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