Versicherungen
Eine Branche baut ab

Die massive Entlassungswelle in der Versicherungswirtschaft könnte der Branche am Ende mehr schaden als nutzen. Der Grund: In Berlin ringen Lobbyisten um die Rettung der wichtigsten privaten Versicherungszweige.

Eines der wichtigsten Argument in der Vergangenheit war dabei stets: Wenn die Politik durch neue Gesetze die Branche gefährdet, sind Arbeitsplätze in Gefahr. Doch das Argument zieht nicht mehr, seitdem in München, Köln und in anderen Städten die Konzerne zurzeit Tausende von Mitarbeitern auf ihre Entlassung vorbereiten.

Dabei hat die Politik noch nicht einmal die Daumenschrauben angesetzt, die die Branche so sehr fürchtet. Im Gesundheitsreformgesetz geht es auch nach dem gestrigen Kompromiss weiter um die Frage, wie die private Krankenversicherung in die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung eingespannt werden soll. Damit steht das gesamte Geschäftsmodell nach hundert erfolgreichen Jahren auf der Kippe.

Und im Versicherungsvertragsgesetz ringt die Versicherungswirtschaft mit der Politik um das Ende des Modells der deutschen Lebensversicherung. Kranken- und Lebensversicherungen sind dabei mit zwei Dritteln der Umsätze die wichtigsten Zweige der deutschen Versicherungswirtschaft. Die Lebensversicherung steht zudem in der politischen Verantwortung, die private Altersvorsorge zu fördern, weil die staatliche Rentenversicherung nicht funktioniert.

Zusätzlich stehen die Versicherer als Kapitalgesellschaften vor einer weiteren Herausforderung. Sie müssen ihre Bilanzen mit zusätzlichem Eigenkapital sicherer machen. Deshalb stehen sie an den Kapitalmärkten unter Druck, gute Ergebnisse zu erzielen, um zusätzliches Kapital anwerben zu können. Doch in Terror-Zeiten sowie angesichts der anlaufenden Hurrikan-Saison sind Versicherungsrisiken nicht gerade das, was Anleger sich für ihre Kapitalanlagen wünschen.

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