125 Jahre Kurfürstendamm
Berlins legendäre Flaniermeile feiert Geburtstag

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Kultur am Ku'damm

Kulturelle Einrichtungen sind nach Einschätzung des Kunsthistorikers Sven Kuhrau wichtig für die Zukunft des traditionsreichen Kurfürstendamms in Berlin. „Es muss weiterhin Boulevard-Theater, Kinos und Cafés geben, damit der Ku'damm auch abends noch belebt ist“, sagte Kuhrau am Mittwoch. Nur Geschäfte am Ku'damm zu haben, sei nicht sinnvoll. Am Donnerstag (5. Mai) starten die Feierlichkeiten zum 125-jährigen Bestehen der Flaniermeile.

Kuhrau hob die Einzigartigkeit der Straße hervor. „Der Ku'damm war schon immer eine Mischung aus Hotellerie, Wohnen, Einkaufen undKultur. Es ist eine extrem vielfältige Straße“. Der Ku'damm dürfenicht austauschbar und nicht zu einem zweiten Potsdamer Platz werden. „Die Straße muss ihren individuellen Charakter bewahren und zu seiner Geschichte stehen“, betonte der Kunsthistoriker. Dazu gehöre auch der Prestige-Abstieg, der bereits in den 80er Jahren begann. „In dieser Zeit wurde der Kudamm sehr viel volkstümlicher und zog sogenannte Turnschuhtouristen an“, sagte Kuhrau.

Ursprünglich sollte der Ku'damm zur Prachtstraße Berlin werden. Anfang der 1870er Jahre veranlasste Otto von Bismarck den großzügigen Ausbau des Damms nach dem Vorbild der Champs-Élysées in Paris. „Es ging darum, dass Berlin nach dem deutsch-französischen Krieg mit der französischen Metropole gleichziehen wollte. DerKu'damm war eine Art Prestigeobjekt“, sagte Kuhrau. Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche sei dabei ebenso wie der Triumphbogen in Paris ein Blickfang des Boulevards.

Ein weiteres Merkmal sind die zahlreichen Vitrinen am Ku'damm. „Es gibt heute rund 300 solcher Vitrinen, die ersten wurden in den 20er und 30er Jahren aufgebaut. Sie gehören oft zu den Läden, die sich an den Straße befinden und dort ihre Waren ausstellen“, sagte Kuhrau, der die derzeitige Vitrinen-Ausstellung zum Jubiläum des Boulevards zusammen mit dem Architekten Christian Pabst organisierte. Rund 80 Läden hätten sich mit 125 ihrer Vitrinen bereit erklärt, bei der durch die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin finanzierten Jubiläums-Schau teilzunehmen. „In jeder Vitrine gibt es eine Geschichte zu einem Bewohner des Ku'damms oder einer Institution oder einem historischen Vorfall“, erläuterte Kuhrau.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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