25 Jahre nach der Ermordung des italienischen Spitzenpolitikers
Aldo Moros Witwe beschuldigt den KGB

Eleonora Moro, Witwe des vor mehr als 25 Jahren entführten und ermordeten italienischen Spitzenpolitikers Aldo Moro, verlangt neue Ermittlungen. Die offizielle Version, nach der die Terror-Organisation Rote Brigaden die Tat allein verübt hat, wird von der Familie Moro bezweifelt. Ihrer Meinung nach hat der frühere sowjetische Geheimdienst KGB eine zentrale Rolle bei dem Verbechen gespielt.

HB ROM. Man verfüge über genügend Anhaltspunkte, um vor Gericht eine Wiederaufnahme der Ermittlungen zu verlangen, zitierten italienische Medien am Dienstag den Anwalt der Familie Moro, Nino Marazzita. Der Antrag werde noch im November gestellt, hieß es.

Über eine Verwicklung des KGB in den Fall Moro ist schon in der Vergangenheit mehrfach spekuliert worden. Als Argument wurden die perfekte Planung und Verübung der Entführung des damaligen Chefs der christdemokratischen Regierungspartei DC am 16. März 1978 angeführt. Innerhalb weniger Augenblicke waren der Moros Autokonvoi gestoppt, dessen fünf Leibwächter ermordet und der Politiker in ein anderes Auto gezwängt worden, das den Fahndern entkam. Zudem soll Moro in den Monaten vor der Tat von einem als Student getarnten KGB-Agenten ausspioniert worden sein. Moro, der fünf Mal italienischer Ministerpräsident war, war auch als Universitätsprofessor tätig.

Nachdem die Regierung Verhandlungen mit den Entführern abgelehnt hatte, wurde Aldo Moro am 9. Mai ermordet. Seine Leiche wurde in einem Auto aufgefunden. Moros Familie dürfte auch die Exhumierung des Leichnams verlangen, weil die Obduktionsbefunde nicht mehr auffindbar sein sollen.

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