6,5 Millionen Besucher
Mehr Gewaltdelikte beim Oktoberfest

In diesem Jahr haben rund 6,5 Millionen Besucher aus aller Welt das Münchner Oktoberfest besucht. Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) zog zum Ende des 18-tägigen Volksfests am Dienstag eine überwiegend positive Bilanz.

HB MÜNCHEN. Insgesamt habe eine heitere und ausgelassene Stimmung unter den Besuchern geherrscht. Einen „winzigen Schatten“ gebe es allerdings: Es habe häufiger als in den Vorjahren Handgemenge, Schlägereien und den „Missbrauch von Bierkrügen“ gegeben, sagte Ude.

Die Wiesn-Besucher tranken bei fast durchgängig gutem Wetter insgesamt rund 6,1 Mill. Maß Bier - fast fünf Prozent mehr als im Vorjahr, als das Volksfest einen Tag kürzer war. Die Wirte konnten sich auch über einen großen Appetit der Gäste freuen: Mit 102 Ochsen wurden sieben mehr verspeist als 2005. Hochkonjunktur hatte außerdem das Wiesn-Hendl, dessen Absatz um fünf Prozent anstieg. Auch die Nachfrage nach Bio-Produkten sei gestiegen, hieß es.

Bei den gefährlichen Körperverletzungen habe es einen Anstieg von rund 24 Prozent gegeben, sagte der Wiesn-Wachleiter, Gerhard Beyer. Gab es 2005 noch 110 Fälle, waren es dieses Jahr 137 - in 61 Fällen durch Maßkrugwürfe verursacht. In zwei Fällen, in denen die Opfer nur knapp dem Tode entgingen, ermittelt die Mordkommission wegen versuchter Tötung.

Ude warnte vor, die Zunahme der Gewalt allein auf die Wiesn zurückzuführen. Vielmehr sei dies ein gesellschaftliches Phänomen. Mit der Polizei und den Wiesn-Wirten müsse besprochen werden, ob künftig bei Auseinandersetzungen früher eingeschritten werden muss, sagte Ude.

Insgesamt sank die Zahl der Polizeieinsätze im Vergleich zu 2005 um rund sechs Prozent auf 1804 Fälle. Einen Rückgang gab es bei der Zahl der angezeigten Diebstähle - um zwölf Prozent auf 29 Fälle. 30 sexuelle Übergriffe wurden angezeigt, knapp 17 Prozent weniger als im Vorjahr.

Bei den Besuchern aus dem Ausland hatten die Italiener die Nase vorn. Ihnen folgten die Österreicher und die Schweizer. Zunehmend beliebt ist das weltgrößte Volksfest auch bei Spaniern und Osteuropäern, wie das Tourismusamt beobachtete. Die von der Fußballweltmeisterschaft angefachte Feierlaune sei bis zum Schluss nicht abgeebbt, sagte Wiesn-Chefin Gabriele Weishäupl. Wirte und Schausteller seien mit ihrem Geschäft zufrieden gewesen.

Nicht alle Besucher wollten Weishäupl zufolge für ein Andenken vom Oktoberfest bezahlen: Ordner nahmen Souvenirjägern rund 220 000 Maßkrüge ab.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%