Antrag der Eltern abgewiesen
Richter lehnt Ernährung von Komapatientin ab

Die künstliche Ernährung der Komapatientin Terri Schiavo wird vorerst nicht wieder aufgenommen. Ein Bundesrichter in Tampa (Florida) lehnte einen entsprechenden Antrag der Eltern der seit 15 Jahren im Koma liegenden Frau am Dienstag ab.

HB TAMPA/WASHINGTON. Das dramatische Tauziehen um das Leben der Komapatientin Terri Schiavo in Florida hatte sich am Montag trotz neuer gerichtlicher Anhörung weiter in die Länge gezogen. Richter James Whittemore vom Bundesgericht in Tampa verweigerte zunächst entgegen den Erwartungen von Justizbeobachtern eine unmittelbare Entscheidung darüber, ob die 41-Jährige wieder künstlich ernährt werden soll.

Die Frau, die seit 15 Jahren im Koma liegt, erhält seit Freitag keine Nahrung und Flüssigkeit mehr. Nach ärztlichen Angaben stirbt sie innerhalb von zwei Wochen. Sie habe vor ihrem Herzstillstand 1990 einmal gesagt, dass sie in einem Koma-Zustand nicht am Leben gehalten werden wollte, argumentiert ihr Ehemann Michael Schiavo. Er will seine Frau deshalb sterben lassen. Die Eltern der Frau kämpfen dagegen. Sie haben in den Gerichten Floridas sieben Jahre einen letztlich erfolglosen Rechtsstreit gegen den Ehemann geführt. Sie hatten alle Rechtsmittel ausgeschöpft. Michael Schiavo kann als Vormund seiner Frau über ihr Schicksal entscheiden. Auf seinen Antrag waren die Schläuche am Freitag entfernt worden.

Ein Dringlichkeitsgesetz, für das die Kongressabgeordneten zu einer mitternächtlichen Sitzung aus der Osterpause geholt worden waren, hatte für die Eltern am frühen Montag die neue Chance eingeräumt, Bundesgerichte anzurufen. Richter Whittemore entscheidet aber letztlich selbst darüber, ob er für den Fall zuständig ist oder nicht. Wenn er sich nicht für zuständig hält, kann er den Wiederanschluss der Schläuche verweigern. Die Eltern können sich dann an das nächsthöhere Bundesgericht wenden.

Bei Terri Schiavo waren die Schläuche zur künstlichen Ernährung bereits zwei Mal entfernt worden. Jedes Mal erreichten die Eltern in letzter Minute eine einstweilige Verfügung, die ihrer Tochter wieder Nahrung und Flüssigkeit garantierte. Zuletzt überlebte Terri Schiavo 2003 sechs Tage ohne Versorgung. Nach ärztlichen Angaben ist das Gehirn der Patientin durch Sauerstoffmangel irreparabel geschädigt. Mimik und Gestik Schiavos seien unkontrollierte Muskelbewegungen. Die Eltern bestehen dagegen darauf, dass ihre Tochter auf Zuwendung reagiert. Der Vater Bob Schindler sagte etwa, seine Tochter habe zufrieden gelächelt, als er ihr nach Inkrafttreten des Gesetzes eine baldige Mahlzeit in Aussicht stellte.

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