Arbeitsplätze bedroht
100 000 Euro flatterten auf der A 43

Tragisches Missgeschick: Ein Firmenchef hat in Bochum 100 000 Euro auf der Autobahn 43 verloren. Mit dem Geld wollte der 42-Jährige ausstehende Löhne für einen insolventen Betrieb zahlen. Jetzt sind 35 Arbeitsplätze bedroht.

HB/dpa BOCHUM. Autofahrer konnten nicht an sich halten, kurzerhand hielten sie mitten auf der Autobahn, um die herumflatternden Geldscheine aufzusammeln. Die Polizei musste die A 43 am Montagabend kurzzeitig sperren lassen. Wie die Beamten am Mittwoch mitteilten, konnten bei der anschließenden Sammelaktion von den Beamten jedoch nur insgesamt 3000 Euro auf der Fahrbahn sichergestellt werden.

Der 42-jährige ist Inhaber einer Firma, die in Bochum Dichtungen für die Industrie herstellt. „Mit dem Geld wollte ich die Löhne für die 35 Mitarbeiter einer seit kurzem insolventen Firma zahlen, die diese Dichtungen einbaut“, erklärte der 42-jährige. „Ich will diese Firma erhalten und war daher mit dem Geld auf dem Weg zum Insolvenzverwalter.“ Als der Firmenchef kurz vor dem Einsteigen in seinen Wagen auf dem Handy angerufen wurde, legte er die Aktenmappe mit dem Geld auf das Wagendach um die Hände frei zu haben. „Nach dem längeren Telefonat bin ich dann losgefahren, ohne an die Tasche zu denken.“

Die Aktenmappe sei dann erst auf dem Beschleunigungsstreifen der Autobahn-Auffahrt vom Dach gerutscht, berichtete der Unglücksrabe. Ein nachfolgender Wagen sei dann über die Tasche gefahren und habe so für das Herausflattern des Geldes gesorgt. „Dieser Autofahrer hat mich dann noch bis Marl verfolgt, um mich auf mein Missgeschick aufmerksam zu machen“, sagte der Firmenchef. Zu spät: Zeugen beobachteten unterdessen an der Auffahrt einen Mann, der auf der Autobahn „bunte Zettel“ einsammelte. Als die von dem Firmenchef alarmierte Polizei eingriff, war die Aktentasche mit dem Geld bereits verschwunden.

Die Polizei sucht nun diesen offenbar unehrlichen Finder und ermittelt gegen den Unbekannten wegen Unterschlagung. Unterdessen hofft der Firmenchef, dass sich möglicherweise Zeugen die Autonummer des unbekannten Geldsammlers gemerkt haben. „Ich klammere mich jetzt an jeden Strohhalm“, meinte der 42-Jährige hoffnungsvoll.

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