Aschewolke behindert Flugverkehr
Experten bauen auf neues Drei-Zonen-Modell

Auf Grund der Aschewolke des Vulkans Grímsvötn haben Fluggesellschaften nun auch in Schweden Verbindungen gestrichen. Auch auf Deutschland zieht die Wolke zu.
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Offenbach/Frankfurt/BrüsselWegen der Vulkanasche aus Island sind in Schweden am Dienstagabend zehn Inlandsflüge gestrichen worden. Die Luftverkehrsbehörde erklärte, über der Westküste werde eine mittelstarke Aschekonzentration erwartet, darunter auch über der zweitgrößten Stadt Göteborg.

Die französische Luftverkehrsbehörde DGAC zeigte sich optimistisch: Der Luftraum über Frankreich werde den Vorhersagen für die kommenden Tage zufolge von den Auswirkungen des Vulkanausbruchs vermutlich nur marginal betroffen sein, erklärte die DGAC am Abend. Derzeit sei keine Sperrung des Luftraums vorgesehen.

Mehrere hundert Flüge wurden derweil vor allem in Schottland und Nordengland gestrichen. Die Aschewolke zieht nun aber weiter südlich, auch Richtung deutsche Küste. Die Folgen für Flugreisende waren zunächst unklar: Ein Chaos wie im Frühjahr 2010 soll es allerdings nicht geben, weil ein neues Drei-Zonen-Modell weniger Flugverbote vorschreibt.

Im Laufe des Dienstags dürften rund 500 Flüge abgesagt werden, prognostizierte die europäische Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol in Brüssel. „Das ist eine erste Schätzung, die endgültige Zahl wird von der Bewegung der Wolke abhängen“, sagte eine Sprecherin von Eurocontrol am Dienstag in Brüssel.

Bis zum Dienstagabend könnte die Aschekonzentration an der deutschen Nordseeküste Werte zwischen 0,2 und 2,0 Milligramm je Kubikmeter Luft erreichen, wie Meteorologe Marcus Beyer vom Deutschen Wetterdienst (DWD) sagte. Bei diesen Konzentrationen seien Flüge nur unter besonderer Aufsicht möglich. Der Experte erwartete aber zunächst nicht, dass die kritische Marke von zwei Milligramm überschritten werde.

Bis Mittag waren im britischen Luftraum rund 250 Flüge gestrichen worden. Am Morgen habe der Kernbereich der Aschewolke - in dem Flüge nicht mehr erlaubt sind, weil die Asche Flugzeuge beschädigen kann - den Norden Großbritanniens und Teile Irlands erreicht. Allerdings ließen die Behörden nicht den gesamten Luftraum schließen, sondern es wurden lediglich einige Flüge abgesagt.

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