Atomenergie
Trafo-Brand in Krümmel verrauchte Kraftwerks-Warte

Bei dem Brand im Atomkraftwerk Krümmel ist Rauch in die Warte des Kraftwerks eingedrungen, von der aus der Meiler gesteuert wird. Betreiber Vattenfall räumte zudem weitere Probleme beim Herunterfahren des Siedewassereaktors ein.

HB KIEL. Ein Mitarbeiter habe dort in der Warte nur unter Atemschutz seinen Dienst fortsetzen können, wie das für Reaktorsicherheit zuständige Sozialministerium in Kiel am Freitag mitteilte. Wenn die Mitarbeiter dort nicht mehr arbeiten können, wäre das Kraftwerk möglicherweise führungslos.

Vattenfall erklärte dazu, der Rauch sei durch eine Lüftungsöffnung gekommen. Bei einigen Mitarbeitern habe es eine Reizung der Schleimhäute ausgelöst, sagte der Geschäftsführer der Vattenfall Europe Nuclear Energy GmbH, Bruno Thomauske. „Der Reaktorfahrer selbst hat nach Öffnen der Ventile eine Gasmaske angelegt“, sagte er. Nach derzeitigem Kenntnisstand von Vattenfall sei nicht mit einer Gesundheitsgefährdung der Mitarbeiter zu rechnen. Gleichwohl seien geringe Spuren des hochgiftigen Dioxin in den Filteranlagen des Gebäudes gefunden worden.

Thomauske erklärte weiter, wahrscheinlich seien Computerdaten über den zeitlichen Ablauf des Störfalls verloren gegangen. Zu dem Datenverlust sei es durch eine Panne bei Abspeichern der Daten gekommen. Die Kommunikation zwischen zwei Rechnern habe offenbar nicht korrekt funktioniert. Für die einzelnen sicherheitsrelevanten Komponenten der Anlage lägen jedoch lückenlose Aufzeichnungen vor.

Trotz dieser Zwischenfälle sei die Sicherheit der Anlage zu keinem Zeitpunkt in Gefahr gewesen. „Der Reaktor war zu jeder Zeit innerhalb des Regelungssystems“, sagte Thomauske. Die Schnellabschaltung des Reaktors sei zudem nicht notwendig gewesen. Nur durch ein Missverständnis zwischen dem Reaktorfahrer und dem Schichtleiter sei es zu der manuellen Schnellabschaltung gekommen.

Vattenfall ordnet den Störfall weiter in die niedrigste Kategorie des amtlichen Meldesystems ein. Die Ereignisse hätten lediglich untergeordnete sicherheitstechnische Bedeutung gehabt. Die Aufräumarbeiten in Krümmel würden voraussichtlich noch drei Wochen dauern. Erst im Anschluss könne das Kraftwerk mit 60-prozentiger Leistung wieder ans Netz gehen. Mit Volllast könne Krümmel frühestens in zwei Monaten arbeiten. Vorher müsste die für Anfang August geplante Kraftwerksrevision abgeschlossen und der zweite Transformator eingebaut werden.

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