Atomkatastrophe Fukushima
Japan will von Tschernobyl lernen

Die Strahlenhölle Tschernobyl soll japanischen Experten Anregungen liefern, wie mit der Strahlenlast umzugehen ist. Während Helfer in Fukushima gegen kontaminiertes Wasser kämpfen, reist eine Delegation in die Ukraine.
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TokioJapan sucht in Tschernobyl nach Ideen für die Entseuchung verstrahlter Böden rund um die Atomruine von Fukushima. Der Vize-Minister für Landwirtschaft und Fischerei, Takashi Shinohara, werde von Donnerstag an die Ukraine bereisen, teilte die Regierung am Mittwoch in Tokio mit. Im Land der Reaktorkatastrophe von 1986 solle Shinohara Informationen sammeln, die bei der Dekontaminierung der Region um das zerstörte Atomkraftwerk Fukushima Eins helfen könnten. Dort kamen die Reparaturtrupps am Mittwoch nur mühsam voran. Verstrahltes Wasser machte ihnen Probleme.

Wie die Nachrichtenagentur Jiji Press am Mittwoch berichtete, soll der Vize-Minister unter anderem ein Rapsfeld und eine Biosprit-Fabrik in der Sperrzone von Tschernobyl besuchen. Ein Vierteljahrhundert nach der Explosion des Unglücksreaktors ist die Gegend noch immer erstrahlt. Das Feld und die Fabrik werden Jiji zufolge von einer gemeinnützigen japanischen Organisation und ihren Partnern, darunter einer ukrainischen Universität, betrieben. Shinohara werde auch an einer internationalen Wissenschaftlerkonferenz zu der Katastrophe von Tschernobyl in der Hauptstadt Kiew teilnehmen.

In Japan will die Regierung die Menschen gesetzlich daran hindern, die strahlenbelastete Sperrzone von Fukushima zu betreten. Man erwäge, ein rechtlich bindendes Zutrittsverbot zu erlassen, gab Regierungssprecher Yukio Edano am Mittwoch bekannt. Der Staat hat zwar ein Gebiet im Umkreis von 20 Kilometern um das havarierte Atomkraftwerk gesperrt. Dennoch kehren immer wieder Menschen trotz der akuten Gefahr radioaktiver Strahlen in ihre früheren Wohngebiete zurück, um Habseligkeiten herauszuholen.

Unterdessen bremsen die riesigen Mengen radioaktiv verseuchten Wassers die Reparaturtrupps in der Atomruine. Sie sollen das Wasser aus dem Turbinengebäude des Reaktors zwei und angeschlossenen Tunnelschächten abpumpen. Dies wird noch bis in den Mai hinein andauern. Doch steigt der Wasserstand in einem anderen Tunnelschacht bei Reaktor 3, wie die Atomaufsichtsbehörde mitteilte. Zwar hoffe man, das kontaminierte Wasser auch dort abzupumpen. Doch eine dafür vorgesehene Auffanganlage, wo unter normalen Betriebsbedingungen Dampf aus dem Reaktor in Wasser umgewandelt wird, sei bereits voll.

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