Auch in Brünsbüttel gibt es Probleme
AKW Krümmel nach Brand vom Netz

Das Atomkraftwerk Krümmel in Schleswig-Holstein ist am Donnerstag nach einem Brand abgeschaltet worden. Auch das Kraftwerk Brunsbüttel nordwestlich von Hamburg wurde heruntergefahren. Im Großraum Hamburg führten die Abschaltungen zu einem Stromausfall. Der Nah- und Fernverkehr kam zeitweise zum Erliegen.

HB GEESTHACHT. In einer großen Trafostation des AKR Krümmel habe sich Kühlflüssigkeit entzündet, teilte ein Feuerwehrsprecher mit. Der Brand wurde am Nachmittag gelöscht. Eine Gefahr für den Nuklearbereich des größten Siedewasser-Reaktors der Welt bestand nach Angaben des Betreibers Vattenfall Europe aber zunächst nicht. „Es erfolgte eine automatische Schnellabschaltung, weil der Reaktor vom Netz getrennt wurde“, sagte der Sprecher von Vattenfall Europe, Ivo Banek. Am frühen Nachmittag war zuvor bereits das Atomkraftwerk Brunsbüttel an der Unterelbe nach einem Kurzschluss in einer Schaltanlage heruntergefahren und vom Netz getrennt worden. Wann Krümmel wieder ans Netz gehen kann, war nicht bekannt.

Das Kraftwerk Krümmel liefert nach Angaben des Betreibers Vattenfall Europe rund 30 Prozent des in Schleswig-Holstein erzeugten Stroms. Die Anlage lief mit voller Leistung, als der Brand ausbrach. Wie es zu dem Feuer kam, war zunächst unklar. Gut 100 Feuerwehrleute bekämpften den Brand mit Schaum.

Verletzte hat es nach Feuerwehrangaben bei dem Brand in Krümmel nicht gegeben. „Es sah dramatischer aus, als es offenbar war“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr Geesthacht. Nach Berichten von Augenzeugen hüllten riesige schwarze Rauchwolken das Atomkraftwerk ein. Über die Trafostation wird der Strom in das Netz eingespeist. Weil die Station von dem eigentlichen Kraftwerk getrennt sei, habe keine Gefahr bestanden, sagte der Vattenfall-Sprecher. Nach Ansicht der Umweltorganisation Greenpeace hätte sich der Brand aber auch über Kabeltrassen in den Reaktor ausbreiten können. Es habe daher eine Gefahr bestanden.

Das Atomkraftwerk Krümmel war 1984 nach zehnjähriger Bauzeit in Betrieb genommen worden. Es produziert pro Jahr etwa 10,5 Mrd. Kilowattstunden Strom.

Schon kurz nach dem Bekanntwerden des Zwischenfalls setzte die politische Diskussion ein. „Ich fordere sofortige und umfassende Aufklärung des Brandes. Der Vorfall darf nicht heruntergespielt werden“, sagte der Grünen-Vorsitzende Reinhard Bütikofer. Schleswig- Holsteins Innenminister Ralf Stegner (SPD) bekräftigte die Grundsatzhaltung seiner Partei, am beschlossenen Atomausstieg strikt festzuhalten.

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