Autobahntunnel in Paris
Diebe erbeuten Millionen-Schmuck

Unbekannte haben einer Taxi-Kundin auf der A1 in Paris Schmuck im Millionenwert geraubt. Überfälle in berüchtigtem Landy-Tunnel sind keine Seltenheit. Schließlich finden die Täter beste Bedingungen vor.
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ParisEs war ein eher gewöhnlicher Raub, die Beute aber fiel spektakulär aus. In einem Autobahntunnel zwischen dem Flughafen Charles-de-Gaulle und der Pariser Innenstadt schlugen drei Unbekannte das Fenster eines Taxis ein, packten die Handtasche der Insassin und rannten blitzschnell weg.

Der Frau, einer in Deutschland lebenden Kunstsammlerin, wurde damit Schmuck im Wert von fünf Millionen Euro geraubt. Der Vorfall wirft wieder einmal ein schlechtes Licht auf die Sicherheitslage in der französischen Hauptstadt - und auf den berüchtigten Landy-Tunnel.

Der 1,3 Kilometer lange Autobahntunnel im Norden von Paris ist bekannt für derartige Überfälle - und ein Paradies für Räuberbanden. Häufig staut sich der Verkehr in dem laut Behörden mit täglich mehr als 220.000 Fahrzeugen meistbefahrenen Tunnel Europas, durch den die Autobahn A1 zwischen dem Fußballstadion Stade de France und dem Verkehrsknotenpunkt Porte de la Chapelle verläuft.

Autos kommen bei den ständigen Staus nur im Schritttempo voran oder müssen zeitweise stehen bleiben. Leichte Beute also für die Räuber, die schnell zuschlagen und ebenso schnell wieder verschwunden sind. Französische Medien sprechen von Zuständen wie im Wilden Westen.

„Die Gegebenheiten sind einwandfrei“, seufzt ein Polizist - wohlgemerkt für die Räuber und nicht für die Ordnungshüter. „Oft sind es Kriminelle aus der Gegend. Sie haben vor nichts Angst, kennen das Terrain und flüchten über die Notausgänge in die Fußgängerzonen von Saint-Denis“, der im Norden an Paris angrenzenden Problem-Vorstadt.

Die Kriminellen agieren zu Fuß oder auf Motorrollern, mit denen sie sich durch die Fahrzeugkolonnen schlängeln können. „Ein Team kann so 10, 20, 30, sogar 100 Opfer ausnehmen“, sagt der Polizist. Eine Verfolgungsjagd ist wegen des dichten Verkehrs unmöglich; die Polizei hat zwar aufgerüstet, erscheint aber machtlos.

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