Bauern und Bohlen
RTL setzt auf Altbewährtes

Die Quoten stimmten im letzten Jahr. Umso mehr setzt Deutschlands größter Privatsender auf das Motto „Wiedersehen macht Freude“. Dschungelcamp und Bauern-Singles sollen weiter punkten.
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Köln Nach einem Rekordjahr setzt RTL in der Fernsehsaison 2011/2012 in erster Linie auf Dauerbrenner wie Dschungelcamp, Supertalent und „Bauer sucht Frau“. Daneben werden einige neue Showformate getestet, aber immer mit ganz bekannten Namen. So will Günther Jauch in „Der große Deutschland Test“ die Seele der Nation ausloten. Oliver Pocher tritt in „Alle auf den Kleinen“ den Beweis an, dass er nicht nur austeilen, sondern auch einstecken kann.

RTL hat nach den Worten von Geschäftsführerin Anke Schäferkordt in den letzten Jahren einen „absoluten Rekord-Vorsprung“ zur Konkurrenz aufgebaut. „Wir sind wirklich auf fast allen Sendeplätzen der Woche klarer Marktführer“, sagte die Chefin am Dienstag in der neuen Zentrale des Privatsenders am Kölner Rheinufer. Die letzte Saison sei „kaum noch zu toppen“, in vielen Bereichen gehe es jetzt darum, das Erreichte zu halten.

Ein weltweiter Trend, der auch RTL beeinflusst, ist laut Schäferkordt die nachlassende Dominanz von US-Serien. Amerika sei zurzeit sehr auf Themen wie Krieg, Terror und Mystery fixiert, die ein europäisches Publikum nicht so stark ansprechen könnten. Deshalb setzt RTL verstärkt auf Eigenproduktionen wie zuletzt den historischen „Hindenburg“-Zweiteiler.

In den nächsten Monaten beginnen gleich drei neue Serien: In „Die Draufgänger“ sind Dominic Boeer und Jörg Schüttauf „als zwei grundverschiedene Cops“ für das LKA Sachsen unterwegs. Mit „Transporter“ wagt sich RTL an eine internationale Koproduktion mit Partnern aus den USA, Kanada und Frankreich. Chris Vance beweist darin, dass man auch als Warentransporteur einen interessanten Job mit vielen Knalleffekten und noch mehr Feuerwerk haben kann. Die dritte Produktion ist die Sitcom „Sekretärinnen - Überleben von neun bis fünf“.

Bei den Reality-Soaps - RTL spricht lieber von „Formaten aus dem Leben“ - gibt es ein Wiedersehen mit Altbewährtem: „Wir haben mit „Bauer sucht Frau“ das erfolgreichste Real-Life-Format überhaupt“, sagte Schäferkordt. Bisherige Erfolgsbilanz: 22 Beziehungen, fünf Ehen, sieben Kinder - und eine stabile Mega-Quote. Auch die erfolgreiche Serie „Undercover Boss“ wird fortgeführt: Darin mischen sich Führungskräfte für einige Zeit unerkannt unter die Belegschaft. 

Die schlagzeilenträchtige Dschungel-Show „Ich bin ein Star - holt mich hier raus“ vereint im Frühjahr wieder Kakerlaken und abgehalfterte Promis. Bei Quotenbringern wie diesem spricht die Branche von einem „Must-See-Effect“, einem massenhaften Guck-Zwang. Der Trend zur Castingshow ist laut Schäferkordt weltweit ungebrochen. 

Beim „Supertalent“ gibt es in diesem Herbst einen Wechsel in der Jury: Bruce Darnell („Der Glück steht vor der Tür“) nimmt eine Auszeit, dafür werden Dieter Bohlen und Sylvie van der Vaart von Motsi Mabuse - bekannt geworden durch „Let's Dance“ - unterstützt. Eine so frauendominierte Jury gehört fast schon zu den größten Änderungen, die RTL in der nächsten Saison anpeilt.

In der Informationssparte - wo sich RTL auf Augenhöhe mit den Öffentlich-Rechtlichen sieht - reist Chefredakteur Peter Kloeppel durch mehrere Länder, um zehn Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September zu dokumentieren, wie sich die Welt verändert hat.

 

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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