Betroffene erhalten jeweils zwischen 80 000 und 300 000 Dollar
Bostoner Erzdiözese zahlt Millionen für Vergleich

Die katholische Erzdiözese von Boston hat sich im Skandal um Jahre langen Kindesmissbrauch durch Priester bereit erklärt, Hunderte mutmaßliche Opfer mit insgesamt 85 Millionen Dollar (75,7 Millionen Euro) zu entschädigen. Eine entsprechende Vereinbarung wurde am Dienstag erzielt, wie US-Medien unter Berufung auf einen Anwalt der Opferseite berichteten.

HB BOSTON. Es handelt sich um den bisher höchsten bekannt gewordenen Betrag, den eine US-Diözese im Zuge des Sexskandals als Entschädigung an Opfer gezahlt hat. Wie es weiter hieß, werden die Betroffenen jeweils zwischen 80 000 und 300 000 Dollar erhalten. Die genaue Entschädigung hänge von der Art und Dauer des Missbrauches und den erlittenen Verletzungen des einzelnen Opfers ab.

Nach einer Studie der Behörden des Bundesstaates Massachusetts waren in den vergangenen Jahrzehnten mehr als 1 000 Kinder missbraucht worden. 542 Gemeindemitglieder hatten Klage eingereicht.

Der Skandal war Anfang 2002 publik geworden und erschütterte die gesamte katholische Kirche in den USA. Zentrale Figur war der ehemalige Priester John Geoghan, dem allein 130 Fälle von sexueller Belästigung angelastet wurden und der erst vor rund zwei Wochen im Gefängnis von einem Mithäftling ermordet worden war. Im Laufe der Zeit häuften sich die Anschuldigungen auch gegen andere Priester. Führenden Geistlichen wurde vorgeworfen, von den Verbrechen gewusst, aber nichts unternommen zu haben.

Bisher sind 325 der insgesamt 46 000 Priester in den USA im Zusammenhang mit dem Skandal aus ihren Ämtern entfernt worden oder sind freiwillig zurückgetreten. So gab nach langen Kontroversen im vergangenen Dezember auch der Bostoner Erzbischof Bernard Law seinen Posten auf.

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