Bewegende Trauerfeier
Unglückszug von Valencia fuhr zu schnell

Die Ursache des U-Bahnunglücks im ostspanischen Valencia mit 41 Toten und fast 50 Verletzten scheint geklärt. Die Auswertung der Black Box an Bord des Zuges gab den Behörden die entscheidenden Hinweise.

HB VALENCIA. Der Unglückszug sei doppelt so schnell gefahren wie erlaubt, teilten die Ermittler am Dienstag mit. Die Auswertung der „Black Box“ ergab demnach, dass die U-Bahn mit 80 Stundenkilometern in eine Tunnelkurve raste, zulässig waren dort nur 40. Dabei war der Zug entgleist.

Einen Tag nach dem schwersten U-Bahn-Unglück in der Geschichte Spaniens fand am Abend in der Kathedrale von Valencia eine bewegende Trauerfeier für die Opfer statt. Auch König Juan Carlos, Königin Sofía und Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero nahmen daran teil.

Sichtlich betroffen sprachen der Monarch und Sofía vielen Hinterbliebenen unter den 1200 Anwesenden persönlich ihr Beileid aus, eine ältere Frau brach dabei beinahe weinend zusammen. „Ihr seid in Eurem Schmerz nicht alleine, ganz Spanien ist mit Euch“, sagte Valencias Erzbischof Agustín García-Gasco. Am Mittag hatten bereits Zehntausende Spanier der Opfer landesweit mit fünf Schweigeminuten vor Rathäusern und auf Plätzen gedacht.

Der U-Bahn-Fahrer, der selbst bei dem Unfall getötet wurde, sei für den Beruf nicht ausreichend ausgebildet gewesen, kritisierte ein Sprecher der Bahngewerkschaft. Es habe sich um einen U-Bahn- Mitarbeiter gehandelt, der eine zweiwöchige praktische Einweisung erhalten habe. Üblich seien zwei Monate. Die Ermittler führten das Unglück auf menschliches Versagen zurück. Ein Unwohlsein oder ein Ohnmachtsanfall des Mannes seien nicht ausgeschlossen. Jedenfalls sei er nicht in der Lage gewesen, rechtzeitig zu reagieren. Er habe plötzlich Vollgas gegeben und unmittelbar vor dem Unfall erfolglos versucht, den Zug abzubremsen. Der Mann sei erst seit etwa einem halben Jahr als U-Bahn-Fahrer tätig gewesen.

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