Bombenentschärfung in Hannover
Zwei von drei Blindgängern entschärft

In Hannover müssen mehrere Weltkriegsbomben entschärft werden, rund 50.000 Menschen wurden dafür erfolgreich evakuiert. Doch einer der Blindgänger ist für die Kampfmittelexperten ein schwieriger Fall.
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HannoverZwei von drei Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg sind am Sonntag in Hannover entschärft worden. Das teilte die Stadt mit. Eine weitere Bombe solle mit einem sogenannten Wasserschneidgerät unschädlich gemacht werden. Bei dieser Fünf-Zentner-Bombe sei der Zünder so stark beschädigt, dass der Blindgänger nicht manuell entschärft werden könne. Etwa 50.000 Menschen hatten bei einer der größten Evakuierungsaktionen seit dem Zweiten Weltkrieg in Sicherheit gebracht werden müssen. Der Bahnverkehr war zunächst kaum von der Entschärfung betroffen.

Mit einem sehr starken Wasserstrahl solle die Bombe aufgeschnitten werden. Gelinge so die Entschärfung, müsste sie nicht gesprengt werden. Eine kontrollierte Sprengung kann vor allem in Stadtgebieten äußerst heikel sein: In München hatte 2012 die kontrollierte Explosion einer Fliegerbombe Gebäude beschädigt und Brände ausgelöst.

Zunächst war man von fünf Weltkriegsbomben ausgegangen. Bei der Untersuchung stellte sich heraus, dass weniger Blindgänger entschärft werden mussten, als zunächst befürchtet. Zwei von ursprünglich fünf vermuteten Weltkriegsbomben entpuppten sich bei der Untersuchung als Metallschrott, wie ein Feuerwehrsprecher mitteilte.

Wegen der Teilentwarnung konnte am Nachmittag der Hauptbahnhof in Hannover doch vom Regional- und Fernverkehr genutzt werden. Ursprünglich hatten die Züge den Hauptbahnhof umfahren sollen. Nach Angaben der Bahn und der Stadt Hannover wurde die Bahnstrecke freigegeben, so dass der Hauptbahnhof wieder normal angefahren werden könne. Ein Sprecher teilte mit, dass auch der S-Bahn-Verkehr nicht mehr eingeschränkt sei.

Nach der Evakuierung suchte die Polizei zunächst noch mit einem Hubschrauber mit Wärmebildkamera nach letzten Anwohnern in dem gesperrten Gebiet. Für die Kampfmittelexperten ist der Einsatz nicht alltäglich: „Wenn ich mehrere Blindgänger nacheinander entschärfen muss, ist das schon eine große körperliche und psychische Belastung. Aber die Leute sind gut drauf vorbereitet“.

Die Hannoveraner machten während der Evakuierung lieber Ausflüge, als sich in den Notunterkünften aufzuhalten. Das Interesse an den Unterkünften sei verhalten, teilte ein Sprecher der Feuerwehr mit. Stattdessen nutzten die Betroffenen das von der Stadt angebotene Freizeitprogramm und besuchten Museen, Kinos oder den Zoo.

Eine größere Evakuierungsaktion als die in Hannover gab es in der Nachkriegszeit bisher nur in Augsburg: Dort waren im Dezember 2016 etwa 54.000 Menschen von einer Bombenentschärfung betroffen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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