Brände in Portugal immer verheerender
Deutschland vor der Abkühlung

Während in Deutschland die Hitzewelle zu Ende geht, toben in einigen Regionen Europas noch immer schwere Waldbrände. In Südportugal breiteten sich die Flammen am Mittwoch weiter unkontrolliert aus. Aus Italien und Frankreich wurden zahlreiche Hitzetote gemeldet. In Deutschland stiegen die Ozonwerte. Hoch „Michaela“ brach einen weiteren Rekord: Die Nacht zum Mittwoch war die heißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

HB/dpa HAMBURG. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wurde es auf dem Weinbiet an der Weinstraße (Rheinland-Pfalz) nicht kühler als 27,6 Grad. In den nächsten Tagen sinken die Temperaturen aber deutlich, doch Regen lässt weiterhin auf sich warten. Nach Angaben des Bochumer Wetterdienstes Meteomedia müssen der Süden und der Norden am Donnerstag mit Gewittern oder Schauern rechnen. Am Mittwoch war es in Speyer und am Oberrhein zum Teil über 40 Grad heiß.

In Südportugal breiteten sich die Flammen weiter unkontrolliert aus. Die Kleinstadt Aljezur war teilweise eingeschlossen. „Die Feuer sind schier überall“, sagte Einsatzleiter Gil Martins. Nur ein Wetterumschwung könne den Waldbränden ein Ende setzen. Auch in Spanien, Italien, Kroatien und Frankreich kam die Feuerwehr noch nicht zur Ruhe.

In Norditalien sind nach Angaben des staatlichen Fernsehens in den vergangenen Tagen über 50 alte und kranke Menschen an den Folgen der Hitzewelle gestorben. Allein in Turin hätten die Behörden in der Nacht zum Mittwoch neun Tote registriert. Die Opfer seien meist über 75 Jahre alt und litten an Kreislaufschwäche und Atemproblemen. Viele Krankenhäuser seien überlastet.

Die überdurchschnittliche vielen Todesfälle in den Hitze-Wochen führten in Paris zum Notstand bei der Aufbahrung von Leichen. Die Situation könne man als „Fast-Krise“ bezeichnen, sagte der Leiter der Bestattungsdienste der Stadt Paris, Alain Morell am Mittwoch. „In den Leichenhallen ist kein Platz mehr.“ In zwei Vorstädten von Paris haben die Behörden Kühlzelte aufstellen lassen, um die Leichen aufzubahren. Das größte französische Bestattungsunternehmen betreute in der extremen Hitzewoche vom 4. bis 10. August landesweit 867 mehr Todesfälle als in der Vorjahreswoche.

In Deutschland kletterten die Ozonwerte. In Sachsen-Anhalt wurden am Mittwoch die höchsten Werte seit Beginn der Messungen vor 13 Jahren erreicht. „Wir hatten flächendeckend noch nie so hohe Ozonkonzentrationen“, sagte eine Sprecherin des Landesamtes für Umweltschutz in Magdeburg. Verbreitet wurden über 200 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft gemessen. Auch in anderen Regionen Deutschlands stiegen die Werte zum Teil deutlich.

Wenn man sich mehrere Stunden draußen bewegt, kann es laut Umweltbundesamt bei Ozonwerten von mehr als 200 Mikrogramm zu Reizungen der Atemwege, Husten, Kopfschmerzen und Atembeschwerden kommen. Ab 240 Mikrogramm sei die körperliche Ausdauerleistung deutlich reduziert. Zudem hätten Asthmatiker dann häufiger Anfälle.

In Wien war der Mittwoch der heißeste Tag seit Beginn der meteorologischen Messungen. Mit 37,6 Grad wurde der bisherige Rekordwert von 37,0 Grad klar übertroffen, berichtete die Nachrichtenagentur APA. Kurioses Messergebnis im Dreiländereck Böhmen-Sachsen-Bayern: Dort wurden nahe dem tschechischen Ort Sindelova Temperaturen um den Gefrierpunkt registriert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%