Brände und mehrere Tote in Europa
Hitze-„Blackout“ auf Mallorca

Trockenheit, heftige Gewitterschauer, Feuer und ein folgenschwerer Stromausfall sorgen in Europa weiter für einen Juli der Extreme. Plötzlich aufkommende Stürme und Blitze töteten in Kroatien und Italien mindestens fünf Menschen. Italien erwägt angesichts der Dürre im Norden des Landes, den Notstand auszurufen. Allerdings stiegen die Flusspegel dort leicht, weil Wasser aus den Alpenseen abgelassen wurde. Feuerwehren auf Korsika kämpften am Dienstag gegen einen großen Wald- und Buschbrand. Nach dem Stromausfall auf den Urlaubsinseln Mallorca und Menorca richtete die Regionalregierung der Balearen ein Krisenkabinett ein.

HB/dpa MADRID/ROM. Wegen des totalen „Blackouts“ hatten am Vorabend rund 1,5 Mill. Einwohner und Touristen der zwei Inseln teilweise fast zwölf Stunden im Dunkeln gesessen. Dies löste im Gastgewerbe und in der Reisebranche heftige Proteste aus. Das Image der Balearen als Ferienziel könne schweren Schaden erleiden, hieß es. Ursache des Chaos war eine Überlastung des Netzes durch einen Rekordverbrauch angesichts der großen Hitze mit Temperaturen bis zu 40 Grad im Schatten: Überall laufen die Klimageräte auf Hochtouren.

Der „Blackout“ hatte Mallorca weitgehend lahm gelegt. Auch auf dem Flughafen Son Sant Joan waren bis zur Einschaltung der Notaggregate für 15 Minuten die Lichter ausgegangen. Die Feuerwehr musste Dutzende Menschen aus Aufzügen befreien. Durch den Ausfall der Ampeln gab es ein Verkehrschaos. Vielerorts gab es kein Wasser, weil die Pumpen nicht funktionierten. Aus Angst vor Überfällen und weil nur Bargeld angenommen werden konnte, schlossen viele Geschäfte frühzeitig.

Dem von der Dürre besonders betroffenen Norditalien verschafften Notmaßnahmen eine Atempause: Die Pegel des Pos und anderer Flüsse stiegen um einige Zentimeter an, weil Wasser aus dem Alpenseen abgelassen wird. „Es handelt sich um eine wichtige Trendwende“, sagte ein Experte. Falls die Trockenheit noch länger anhalte, dürfte es im Spätsommer und im Herbst neue Probleme geben. Täglich werden drei Mill. Kubikmeter Wasser aus dem Lago Maggiore, dem Comersee und dem Gardasee in die Zuflüsse des Pos geleitet. Zugleich sorgten schwere Gewitterschauer in der Lombardei und im Piemont für zeitweise Erleichterung. Das Ausrufen des Notstands in Norditalien würde Finanzhilfen für die Industrie und Landwirtschaft erleichtern, kündigte ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums an.

In der Nähe des Gardasees wurde am Montagabend ein deutsches Urlauberauto von einem Erdrutsch erfasst, die Insassen blieben aber unverletzt. Auch in anderen Gewitterregionen im Norden gab es Erdrutsche. Zwei italienische Bergsteiger wurden im Monte-Rosa-Massiv im Aostatal am Montag vom Blitz erschlagen.

Im Süden der französischen Mittelmeerinsel Korsika kämpften am Dienstag Hunderte von Feuerwehrleuten weiter gegen den größten Wald- und Macchia-Brand seit Jahren. Innerhalb von einer Woche haben die Flammen im Gravone-Tal bei Ajaccio mehr als 2300 Hektar Wald und Unterholz eingeäschert.

An der kroatischen Adria kamen drei Menschen bei einer nächtlichen Tretbootfahrt in einem Sturm ums Leben. Die 29 und 30 Jahre alten Frauen und ein 23-jähriger Mann, alle Kroaten, hatten das Boot schon am vergangenen Samstagabend im Badeort Brela in Zentral-Dalmatien gestohlen, berichteten Zeitungen am Dienstag. Sie gerieten in den plötzlich aufkommenden Sturm und schafften es nicht zurück an Land.

Bei Hitze und starken Winden gab es auf der südgriechischen Halbinsel Peloponnes und im Großraum von Athen vier kleinere Waldbrände. Sie wurden nach Angaben der Feuerwehr unter Einsatz von Löschflugzeugen und Hubschraubern aber unter Kontrolle gebracht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%