Brandstiftung nicht ausgeschlossen
Hafenspeicher in Wolgast wird ein Opfer der Flammen

Ein Großfeuer hat in der Nacht zum Mittwoch den historischen Hafenspeicher, architektonisches Wahrzeichen von Wolgast auf der Ostseeinsel Usedom, komplett vernichtet.

WOLGAST. Der Getreidespeicher aus dem Jahr 1835 brannte trotz des schnellen Eingreifens der Feuerwehr um Mitternacht bis auf eine Giebelmauer nieder, wie die Polizei mitteilte. Ein angrenzendes leeres Wohnhaus wurde ebenfalls Raub der Flammen. Personen kamen nicht zu Schaden.

Die Feuerwehr konnte nach eigenen Angaben lediglich das kontrollierte Abbrennen des Speichers sichern und so das Übergreifen auf bewohnte Gebäude verhindern. Der Hamburger Eigner des Speichers bezifferte den Sachschaden auf 1,5 Mill. Euro.

Vorsorglich waren mehrere Anwohner sowie sieben Kinder und eine Betreuerin aus einem nahe gelegenen Kinderheim in der Nacht evakuiert worden. Die Löscharbeiten von acht Feuerwehren mit fast 100 Einsatzkräften waren erst um die Mittagszeit beendet, eine Brandwache blieb wegen etwaiger Glutherde an der Ruine. Spezialisten der Kriminalpolizei nahmen Ermittlungen wegen des Verdachts der Brandstiftung auf.

Bei dem 1835 auf Pfählen errichteten, 80 Meter langen und 18 Meter breiten Speicher handelt es sich um eins der größten Fachwerkgebäude Europas. Der Speicher war zur damaligen Zeit der modernste seiner Art und fasste 5 000 Tonnen Getreide.

Die Zerstörung des Gebäudes sei ein schwerer Verlust für die Stadt mit ihren 13 000 Einwohnern, wie der stellvertretende Wolgaster Bürgermeister Jürgen Schönwandt erklärte. Als „Tor zur Insel Usedom“, waren für den zuletzt nicht mehr genutzten Speicher verschiedenen touristische Nutzungsvarianten angedacht worden. „Die haben sich wahrscheinlich erledigt“, sagte Schönwaldt, denn ein Wiederaufbau sei zwar wünschenswert, aber unwahrscheinlich.

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