Britisches Virus kam aus Taiwan
Asien meldet neue Vogelgrippe-Fälle

Die Vogelgrippe ist in Asien ungehindert auf dem Vormarsch. China und Vietnam meldeten am Dienstag weitere Ausbrüche der Tierseuche.

PEKING/HANOI/LONDON. In der ostchinesischen Provinz Anhui wurden nach Angaben des Agrarministeriums mehr als 126 000 Stück Geflügel getötet, nachdem das Virus H5N1 in einer Geflügelzucht nachgewiesen worden war. Es ist der neunte Ausbruch innerhalb eines Monats in China. Unterdessen identifizierte die britische Regierung Finken aus Taiwan als Quelle der H5N1-Infektionen von Vögeln in einer Quarantänestation im Oktober. Zunächst war ein südamerikanischer Papagei als H5N1- Überträger ausgemacht worden.

Insgesamt seien mehr als 50 taiwanesische Finken in der Isolierstation im britische Essex gestorben, hieß es in einem Untersuchungsbericht des britischen Umweltministeriums. Bei wie vielen dieser Tiere der gefährliche Virus-Subtyp H5N1 gefunden wurde, blieb unklar. Taiwan hat bisher stets bestritten, dass kranke Vögel nach Großbritannien exportiert worden sein könnten.

In China haben die örtlichen Behörden das betroffene Dorf in der Provinz Anhui unter Quarantäne gestellt und umfangreiche Desinfektionen angeordnet. Chefveterinär Jia Youling räumte Probleme bei der Vogelgrippe-Kontrolle ein. „In China gibt es eine Menge Hinterhof-Geflügel. Außerdem schenken manche Bauern der Krankheit keine Beachtung“, erläuterte er. Weitere Ausbrüche seien daher zu erwarten. Das Virus werde vor allem durch Zugvögel über das Land verbreitet.

Die chinesische Regierung subventioniert ein landesweites Impfprogramm für Geflügel gegen die Vogelgrippe. An das am schlimmsten von der Tierseuche betroffene Land Vietnam lieferte China nach Berichten der staatlichen Medien 15 Tonnen Vogelgrippe- Impfstoff.

In Vietnam meldeten die Behörden mehrere neue Ausbrüche in drei Provinzen im Norden und im Zentrum des Landes. „Im Oktober und November hat es bislang Vogelgrippe-Ausbrüche in 61 Kommunen in 13 Provinzen gegeben“, berichtete Nguyen Van Thong vom Agrarministerium in Hanoi. Seit Anfang Oktober seien etwa 134 000 Stück Federvieh notgeschlachtet worden. Auch Thong erwartet weitere Ausbrüche. Das Land will sämtliches Geflügel impfen. Bislang seien 109 Millionen Tiere immunisiert worden.

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