Das Geschäft mit dem Tod
Italiens Bestatter bieten Särge mit Diebstahlschutz an

Nach wiederholten Leichendiebstählen bietet ein italienisches Unternehmen Särge mit Alarmsystemen an. Dabei werden Erschütterungen automatisch an die Sicherheitsbehörden gemeldet. In Deutschland hingegen boomt der Discount-Markt.
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Rom/BerlinNach wiederholten Diebstählen von Leichen aus Gräbern bietet ein Unternehmen in Norditalien Särge mit Alarmsystemen an. Wie die Lokalzeitung „Echo von Bergamo“ am Mittwoch berichtete, ist das diebstahlsichere Modell „Mike“ ab sofort bei der Bestattungsfirma Art Funeral Italy aus dem Ort Caravaggio erhältlich. Der Sarg sei mit einem Warnsystem versehen, das Erschütterungen und andere verdächtige Vorgänge automatisch an die Sicherheitsbehörden melde, erläuterte Firmenbesitzer Paolo Imeri. Der Modell-Name nimmt Bezug auf den verstorbenen italienischen Fernsehmoderator Mike Bongiorno, dessen Leiche im Januar aus seinem Sarg gestohlen worden war und bis heute nicht wieder auftauchte.

Ob das sicherlich nicht gerade preisgünstige Modell auch in Deutschland erfolgversprechend sein könnte, ist fraglich. Grund: Die Zahl der Sterbefälle hierzulande wird in den nächsten Jahrzehnten zwar deutlich ansteigen. Gleichzeitig sinkt bei Angehörigen aber die Bereitschaft, viel Geld für Beerdigungen auszugeben. Auch der Wissenschaftler Dominic Akyel vom Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung (MPIfG) in Köln bezweifelt eine allzu rosige Zukunft der Branche: „Für traditionelle Unternehmen wird es bestimmt nicht einfacher“, sagt er. Viele Bestatter seien es nicht gewohnt, marktwirtschaftlich zu denken. „Dazu werden sie jetzt erst mühsam von Verbänden und Werbeagenturen erzogen.“

Auch Oliver Wirthmann vom Bundesverband Deutscher Bestatter (BDB) zweifelt trotz der steigenden Sterbefälle an einer Umsatzzunahme. „Dass die Erlöse steigen, ist definitiv falsch“, sagt er. „Die Menschen sparen bei der Bestattung.“ Der Markt werde sich in den kommenden Jahren aufteilen: Zum einen in einen individuell gestalteten Zweig, der besondere Rücksicht auf die Lebensweise und Wünsche der Verstorbenen und Angehörigen nimmt. Und zum anderen in einen Sektor mit sehr günstigen Angeboten. „Was abnimmt, ist der Bereich der bürgerlichen Mitte“, sagt Wirthmann.

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Unternehmen profitieren von steigenden Sterbezahlen.

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