Datumsgrenze
Samoa holt sich einen Tag zurück

Seit dem 19. Jahrhundert gilt Samoa als das Land, in dem die Sonne zuletzt untergeht. Damals entschied der Inselstaat, westlich der Datumsgrenze zu liegen. Das soll sich jetzt ändern - aus wirtschaftlichen Erwägungen.
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Nach 119 Jahren will Samoa künftig wieder westlich der Datumsgrenze liegen. Der Schritt werde den Handel mit den wichtigsten Geschäftspartnern Australien und Neuseeland deutlich vereinfachen, erklärte Ministerpräsident Tuilaepa Malielegaoi am Montag. In Samoa gilt nach der Umstellung dasselbe Datum wie bei seinen pazifischen Nachbarn, derzeit liegt der Inselstaat fast einen kompletten Tag zurück.

Bis 1892 lag die Pazifikinsel ebenso wie das benachbarte Amerikanisch-Samoa westlich der Datumsgrenze, wie nun wieder angestrebt. Ein amerikanischer Geschäftsmann bewog beide aber damals unter Verweis auf wirtschaftliche Vorteile, in den Osten überzuwechseln. Damals sei das sinnvoll gewesen, da viele Handelsschiffe aus Europa und den USA gekommen seien, sagte Tuilaepa. Dies habe sich aber geändert.

Inzwischen verliere Samoa beim Handel mit Australien und Neuseeland zwei Geschäftstage pro Woche: „Wenn hier Freitag ist, ist es in Neuseeland Samstag. Und wenn wir am Sonntag in der Kirche sind, machen sie in Sydney und Brisbane schon Geschäfte“, sagte er. Künftig soll die Datumsgrenze zwischen Samoa und Amerikanisch-Samoa verlaufen. Dies schaffe „aufregende Möglichkeiten“ für den Tourismus: „Man kann zwei Geburtstage, zwei Hochzeiten und zwei Hochzeitstage zum selben Datum - an verschiedenen Tagen - feiern, in weniger als einer Flugstunde Entfernung.“

Samoa vermarktete sich lange als Ort, an dem weltweit zuletzt die Sonne untergeht. Der Inselstaat mit 180.000 Einwohnern liegt etwa in der Mitte zwischen Hawaii und Neuseeland.

 

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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