Deutscher Reisebus von glatter Autobahn gerutscht
Glatteis fordert mindestens zwölf Todesopfer

Nach einem heftigen Wintereinbruch in ganz Deutschland sind am Wochenende bei zahlreichen Unfällen auf schnee- und eisglatten Straßen mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen.

HB HAMBURG. Auf Autobahnen und Landstraßen, aber auch in den Innenstädten gab es nach Angaben der Polizei trotz der relativ ruhigen Verkehrslage zahlreiche Verletzte und reihenweise Blechschäden. In den Alpen und in den Mittelgebirgen sorgten 20 bis 60 Zentimeter Neuschnee für einen ersten Höhepunkt der jungen Wintersport-Saison. Die neue Woche soll dagegen milder und regnerisch werden.

Wintereinbruch auch im europäischen Ausland: In der Nähe von Mulhouse im französischen Elsass starben sechs Menschen, als ihr Fahrzeug bei glatter Fahrbahn gegen einen Brückenpfeiler prallte. Bei einem Busunglück in dichtem Schneetreiben in Österreich starb eine Frau aus Ungarn, in der Slowakei forderten schwere Stürme mindestens zwei Todesopfer. In Moskau behinderte ein heftiger Schneesturm am Samstag den Verkehr. In Rumänien verursachte ein heftiger Sturm Stromausfällen in mehr als 200 Ortschaften in ganz Rumänien. Selbst in Griechenland fielen die Temperaturen unter den Gefrierpunkt.

Auf deutschen Straßen führte vor allem plötzlich auftretendes Glatteis in den frühen Morgenstunden zu serienweise schweren Unfällen. Autos kamen ins Schleudern und prallten gegen Bäume und Lichtmasten oder stießen mit dem Gegenverkehr zusammen. Bei einem Frontalzusammenstoß am Sonntag in der Nähe von Sulzbach-Rosenberg in Bayern erlitten ein 21-Jähriger Autofahrer und seine 17-jährige Beifahrerin tödliche Verletzungen. Vier weitere Menschen wurden nach Angaben der Polizei schwer verletzt.

In Minden (Nordrhein-Westfalen) verlor ein 61-jähriger Autofahrer auf glatter Fahrbahn die Kontrolle über sein Fahrzeug und raste gegen einen Baum. Dabei wurde die 57 Jahre alte Beifahrerin getötet. Im Landkreis Augsburg starb ein fünfjähriges Mädchen, als ein Auto gegen einen Baum prallte. Weitere tödliche Unfälle gab es in Kaufbeuren im Allgäu, in Postlow (Mecklenburg-Vorpommern), in Bad Nenndorf, Soltau, Varel und Schwarmstedt (Niedersachsen), im Kreis Dithmarschen (Schleswig-Holstein) und in Hamburg.

Deutscher Reisebus von glatter Autobahn gerutscht - Eine Tote

Ein aus Ungarn kommender deutscher Reisebus ist am frühen Sonntagmorgen bei dichtem Schneetreiben auf der österreichischen Westautobahn A1 von der Fahrbahn abgekommen und eine acht Meter tiefe Böschung herabgestürzt. Dabei wurde eine in Stuttgart lebende Ungarin getötet. Zehn weitere Fahrgäste erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Das Unglück ereignete sich gegen 4.00 Uhr Morgens bei Seewalchen in Oberösterreich. Der Linienbus war auf dem Weg in die Niederlande.

Der im Landkreis Karlsruhe zugelassene Bus war nach Angaben der Polizei mit insgesamt 15 Fahrgästen aus Deutschland, Ungarn und den Niederlanden besetzt. Nach Augenzeugenberichten kam er auf der glatten Fahrbahn ins Schleudern, fuhr über eine acht bis zehn Meter hohe Böschung, rutschte dann noch auf einer Wiese entlang und kippte schließlich auf die Seite. Die Ungarin wurde dabei offenbar aus einem Fenster geschleudert und unter dem 18 Tonnen schweren Fahrzeug begraben.

Der Fahrer des Reisebusses blieb ersten Berichten zufolge unverletzt. Er wurde noch am Morgen von der Polizei zum Hergang des Unfalls befragt. Der Bus war vorschriftsmäßig mit Winterreifen ausgerüstet. Entgegen ersten Polizeiangaben verfügte er auch über Sicherheitsgurte.

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