"Die Treppen und Flure waren blutverschmiert“
Bayerische Schlachtabfälle wurden teuer verkauft

Kriminelle Fleischhändler sollen zu Lebensmitteln verarbeitete Schlachtabfälle aus Bayern in ganz Europa verschoben haben. Die Ermittler durchsuchten 39 Betriebe, die mit Schlachtabfällen handelten.

HB MÜNCHEN. Nach Angaben des bayerischen Umweltministeriums vom Donnerstag hat sich der Anfangsverdacht erhärtet, dass tonnenweise Abfälle wie Knochen und Schwarten zu Lebensmitteln deklariert und verkauft wurden. Gesundheitsgefahr bestehe aber nicht. Bayern plant eine Rückholaktion der Lebensmittel aus dem Handel - wobei ein beträchtlicher Teil aber vermutlich bereits auf den Esstischen der Verbraucher gelandet ist.

In Simbach am Inn kamen Ermittler einem weiteren Verdachtsfall auf die Spur. Die Abfälle sollen zwischen Deutschland, Italien, der Schweiz, Österreich und Frankreich an Lebensmittelhersteller verschoben worden sein.

Hauptverdächtiger ist bislang ein Importeur aus dem niederbayerischen Deggendorf, dessen Betrieb ebenso wie die Mutterfirma im schwäbischen Illertissen mittlerweile geschlossen wurde. In einem Lebensmittel-Kühlhaus in Simbach am Inn hätten die Ermittler ebenfalls Schlachtabfälle gefunden, sagte Umweltminister Werner Schnappauf (CSU) in München. Die Firma hat nach bisherigem Stand nichts mit den ersten beiden Betrieben zu tun. Schnappauf sprach von einem „Ekel erregenden“ Skandal und sicherte schnelle und gründliche Aufklärung zu. Der Deggendorfer Firma soll dauerhaft die Genehmigung entzogen werden. Zunächst war sogar von 53 durchsuchten Firmen die Rede gewesen.

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