Doping
BKA durchsucht Uniklinik Freiburg

Mitarbeiter des Bundeskriminalamtes (BKA) haben die Arbeitsplätze von zwei Ärzten der Universitätsklinik Freiburg und die Wohnungen der beiden Mediziner durchsucht. Den Medizinern wird vorgeworfen, im Sport verbotene Arzneimittel zu Dopingzwecken bei mehreren Rad-Sportlern angewendet und an sie abgegeben zu haben.

HB FREIBURG. Die beiden Mediziner hatten Ende Mai ihre Mitwirkung beim Doping von Radsportlern eingeräumt. Ihre Aussagen bezog sich nach Darstellung der Staatsanwaltschaft auf einen Zeitraum, nach dem die Straftaten bereits verjährt sind. Deshalb hatte das zuständige Amtsgericht eine erste Durchsuchung im Juli bei den Medizinern nicht genehmigt, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft erklärte.

„Wir haben damit gerechnet, dass die Staatsanwaltschaft Vorermittlungen aufnimmt und sind an jeglicher Aufklärung interessiert“, sagte der Sprecher der Freiburger Albert-Ludwigs-Universität, Rudolf-Werner Dreier, der Deutschen Presse-Agentur dpa. Mehrere BKA-Beamte und Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft Freiburg hätten kurz nach 8.00 Uhr damit begonnen, Räume der Sportmedizin in der Uniklinik zu durchsuchen. Die Aktion sei vorher nicht angekündigt gewesen, sagte Dreier. „Wir sind für jede Form der Kooperation bereit.“

Den Medizinern wird vorgeworfen, im Sport verbotene Arzneimittel zu Dopingzwecken bei mehreren Radsportlern angewendet oder an diese abgegeben zu haben. Die Staatsanwaltschaft Freiburg leitete daher ein Ermittlungsverfahren gegen sie wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz ein und beauftragte das Bundeskriminalamt mit den weiteren Ermittlungen.

Nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe hatte sich die Universität Freiburg von den Medizinern mit sofortiger Wirkung getrennt. Die Durchsuchung am Mittwoch ging auf eine Aussage des früheren T-Mobile-Fahrers Patrik Sinkewitz zurück, der bei der Tour de France des Dopings mit dem Hormon Testosteron überführt worden war. Der 26-Jährige hatte die Einnahme von Testosteron gestanden. Auch gegen ihn laufen früheren Angaben zufolge Ermittlungen.

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