Edward Snowden-Denkmal
Star in John Oliver's Late Night Show

In New York wurde Edward Snowden in einer Nacht-und-Nebel-Aktion ein Denkmal gesetzt. Die Polizei ließ die Büste sofort wieder entfernen. Währenddessen macht ein Video-Interview mit Snowden die Runde. Thema: Penisbilder.
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New YorkFür eine Weile sah es so aus, als ob New York Edward Snowden ein Denkmal gesetzt hätte: Unbekannte Künstler haben mitten in der Nacht eine Büste mit dem Konterfei des Whistleblowers im Fort Greene Park in Brooklyn errichtet. Doch den Ehrenplatz hatte die kunstvolle Halbfigur nur für kurze Zeit. Denn die Behörden ließen Snowden buchstäblich vom Sockel stoßen.

Über die kuriose Kunstaktion berichtete zunächst „Animal New York“, ein örtliches Nachrichtenportal. Bei den mysteriösen Tätern habe es sich um eine kleine Künstlergruppe gehandelt, die den NSA-Enthüller bewundere. Am frühen Montagmorgen schlichen sich die Aktivisten in den Park und hievten die 1,20 Meter hohe und 45 Kilogramm schwere Büste aufs Revolutionary War Memorial, einem Denkmal für getötete Kriegsgefangene des Amerikanischen Unabhängigkeitskriegs. Dann hätten sie der Säule Snowdens Namen zugefügt, meldete Animal New York weiter.

Ein kluger Schachzug der Künstler, die Aktion an diesem Osterwochenende zu starten oder Zufall? Erst am Sonntag veröffentlichte John Oliver, ein berühmter Talkmoderator aus den USA ein Interview mit dem Whistleblower. Für seine Late Night Show „Last Week Tonight with John Oliver“ ist der Showmaster nach Moskau gereist, um Snowden zu interviewen – und Oliver spricht mit ihm über Penisfotos, die NSA und Snowdens Jobverhältnisse dort. Das gesamte Interview sehen Sie in dem englischsprachigen Youtube-Video.

Die Installation der Künstler verlief derweil am Sonntagabend in Begleitung des Nachrichtenportals „Animal New York“ – allerdings unter der Bedingung, dass die Identität der Künstler nicht preisgegeben werde. Schon bei Tagesanbruch war die Aktion vorbei und die Stadtverwaltung veranlasste laut hiesiger Polizei die Entfernung der Büste. Am Abend lag die Skulptur als Gegenstand von Ermittlungen im 88. Polizeirevier.

Die Idee zum Snowden-Denkmal hätten zwei New Yorker Künstler gehabt, denen sich dann ein Bildhauer von der US-Westküste angeschlossen habe, berichtete „Animal New York“ weiter. In einer Erklärung äußerten sich die Aktivisten zu den Beweggründen für ihre Aktion: Sie hätten das Denkmal für die US-Kriegsgefangenen „aktualisiert“, um auf jene aufmerksam zu machen, die im Kampf gegen moderne Tyrannen ihre Sicherheit geopfert hätten. „Es wäre eine Schande für die hier Geehrten, nicht jene zu würdigen, die die Ideale schützen, für die sie kämpften - so wie es Edward Snowden tat, indem er die Gesetzesverstöße durch das NSA-Überwachungsprogramm ans Licht brachte.“


Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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